Auf dieser Seite
- 1. Die Route fürs Fahrrad planen – nicht fürs Auto
- 2. Nicht ständig mit maximaler Unterstützung fahren
- 3. Den Akku nach der tatsächlichen Pendelstrecke planen
- 4. Reifendruck regelmäßig kontrollieren
- 5. Im Straßenverkehr gut sichtbar bleiben
- 6. Frühzeitig bremsen
- 7. Ein kleines Pannen-Set mitnehmen
- 8. Beim Diebstahlschutz nicht sparen
- 9. Auf Regen vorbereitet sein
- 10. Gepäck lieber am Fahrrad transportieren
- 11. Arbeitskleidung schützen
- 12. Bedienung des E-Bikes sicher beherrschen
- 13. Wartung nicht vernachlässigen
- 14. Am Anfang etwas mehr Zeit einplanen
- 15. Die deutschen Regeln für E-Bikes kennen
- Kurzer E-Bike-Check vor dem Arbeitsweg
Mit dem E-Bike zur Arbeit zu fahren, kann den täglichen Arbeitsweg deutlich angenehmer machen. Statt im Stau zu stehen oder nach einem Parkplatz zu suchen, lassen sich viele Strecken schnell, flexibel und vergleichsweise günstig zurücklegen. Gleichzeitig bleibt man in Bewegung, ohne völlig verschwitzt im Büro anzukommen.
Damit das tägliche Pendeln mit dem E-Bike zuverlässig funktioniert, kommt es jedoch nicht nur auf das Fahrrad an. Streckenplanung, Akkumanagement, Diebstahlschutz, Wetterausrüstung und regelmäßige Wartung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Hier sind die wichtigsten Tipps für E-Bike-Pendler in Deutschland.
1. Die Route fürs Fahrrad planen – nicht fürs Auto
Die schnellste Strecke mit dem Auto ist nicht automatisch die beste Route mit dem E-Bike.
Bevorzugen Sie nach Möglichkeit:
- Radwege und geschützte Radfahrstreifen
- Radschnellwege
- Fahrradstraßen
- Verkehrsberuhigte Nebenstraßen
- Strecken mit wenigen gefährlichen Kreuzungen
- Wege mit gutem Fahrbahnbelag
Eine etwas längere, aber fahrradfreundliche Route ist im Alltag häufig entspannter als eine kurze Strecke entlang einer stark befahrenen Hauptstraße.
Wer eine neue Pendelstrecke plant, sollte sie am besten vor dem ersten Arbeitstag einmal in Ruhe testen. So lassen sich Baustellen, problematische Kreuzungen, schlechte Wegabschnitte und geeignete Abstellmöglichkeiten frühzeitig erkennen.
2. Nicht ständig mit maximaler Unterstützung fahren
Einer der größten Vorteile eines Pedelecs ist die Möglichkeit, die Motorunterstützung an die jeweilige Situation anzupassen.
Für normale Pendelstrecken reicht häufig eine niedrige oder mittlere Unterstützungsstufe. Eine hohe Stufe kann für Steigungen, starken Gegenwind oder Situationen reserviert werden, in denen mehr Unterstützung benötigt wird.
Eine niedrigere Unterstützungsstufe kann:
- die Reichweite erhöhen
- den Akku schonen
- für eine gleichmäßigere Unterstützung sorgen
- mehr körperliche Aktivität ermöglichen
- zusätzliche Reichweitenreserve schaffen
Gerade bei längeren Arbeitswegen sollte man nicht die gesamte Strecke im stärksten Unterstützungsmodus fahren.
3. Den Akku nach der tatsächlichen Pendelstrecke planen
Die vom Hersteller angegebene Reichweite ist ein Richtwert und keine garantierte Entfernung.
Die tatsächliche Reichweite hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
- Fahrergewicht
- Zuladung
- Steigungen
- Gegenwind
- Außentemperatur
- Reifendruck
- Unterstützungsstufe
- Geschwindigkeit
- häufigem Anfahren und Bremsen
Ein E-Bike mit beispielsweise 100 km angegebener Reichweite kann unter anspruchsvollen Bedingungen deutlich weniger erreichen.
Planen Sie Ihren Arbeitsweg deshalb nicht so, dass Sie mit nahezu 0 % Akkustand zu Hause ankommen.
Bei besonders langen Pendelstrecken kann es sinnvoll sein, ein passendes Ladegerät am Arbeitsplatz zu haben.
4. Reifendruck regelmäßig kontrollieren
Der richtige Reifendruck beeinflusst Reichweite, Fahrkomfort und Fahrverhalten.
Zu wenig Luft erhöht den Rollwiderstand und kann dadurch die Reichweite reduzieren. Gleichzeitig kann sich das Fahrverhalten verschlechtern und das Risiko bestimmter Reifenschäden erhöhen.
Kontrollieren Sie regelmäßig den vom Reifenhersteller empfohlenen Druckbereich.
Wer täglich pendelt, sollte außerdem auf folgende Schäden achten:
- Glassplitter oder Fremdkörper
- Nägel
- Schnitte
- abgefahrenes Profil
- beschädigte Reifenflanken
Ein beschädigter Reifen lässt sich zu Hause wesentlich angenehmer reparieren als auf dem Weg ins Büro.
5. Im Straßenverkehr gut sichtbar bleiben
Gerade in Deutschland findet ein großer Teil des Pendelverkehrs im Herbst und Winter bei Dunkelheit oder schlechten Sichtverhältnissen statt.
Eine funktionierende Beleuchtung ist deshalb besonders wichtig.
Für Fahrräder und Pedelecs gelten die entsprechenden Vorschriften der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Achten Sie darauf, dass Frontscheinwerfer, Rücklicht und vorgeschriebene Reflektoren ordnungsgemäß funktionieren.
Zusätzliche reflektierende Elemente an Jacke, Tasche oder Helm können die Sichtbarkeit weiter verbessern.
Verlassen Sie sich trotzdem nie darauf, dass Autofahrer Sie gesehen haben. Besonders an Kreuzungen, Einmündungen und Grundstücksausfahrten ist vorausschauendes Fahren wichtig.
6. Frühzeitig bremsen
E-Bikes beziehungsweise Pedelecs sind meist deutlich schwerer als klassische Fahrräder und ermöglichen höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten.
Das wirkt sich auf den Bremsweg aus.
Halten Sie ausreichend Abstand zu Autos, anderen Radfahrern und Fußgängern. Reduzieren Sie die Geschwindigkeit bereits vor unübersichtlichen Kreuzungen und Kurven.
Wer täglich pendelt, sollte außerdem Bremsbeläge und Bremsscheiben regelmäßig kontrollieren. Das höhere Gewicht und häufiger Stop-and-go-Verkehr können den Verschleiß erhöhen.
7. Ein kleines Pannen-Set mitnehmen
Für den Arbeitsweg braucht man keine komplette Fahrradwerkstatt. Ein kleines Reparaturset kann jedoch verhindern, dass eine einfache Panne den gesamten Tagesablauf durcheinanderbringt.
Praktisch sind beispielsweise:
- Ersatzschlauch oder Flickzeug
- Reifenheber
- kleine Luftpumpe
- Multitool
- passende Innensechskantschlüssel
- Einweghandschuhe
- kleines Erste-Hilfe-Set
Verwendet Ihr E-Bike spezielle Achsen oder Befestigungen, sollte das notwendige Werkzeug ebenfalls dabei sein.
8. Beim Diebstahlschutz nicht sparen
E-Bikes sind teuer und entsprechend attraktiv für Fahrraddiebe.
Ein einfaches dünnes Kabelschloss sollte daher nicht als alleinige Sicherung verwendet werden.
Befestigen Sie den Rahmen möglichst mit einem hochwertigen Schloss an einem fest verankerten Fahrradständer oder einem anderen geeigneten festen Gegenstand.
Bei längeren Standzeiten können zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen sinnvoll sein:
- zweites Schloss
- herausnehmbarer Akku
- GPS-Tracker
- Bewegungsalarm
- abschließbarer Fahrradraum oder Fahrradbox
Ein gut einsehbarer, stark frequentierter Abstellplatz ist in der Regel besser als ein versteckter Standort.
9. Auf Regen vorbereitet sein
In Deutschland kann sich das Wetter während eines Arbeitstages schnell ändern. Eine leichte Regenjacke gehört deshalb für viele Pendler zur Grundausstattung.
Praktisch sind außerdem:
- wasserdichte Packtaschen
- Schutzbleche
- Regenhose
- wasserdichte Überzüge für empfindliches Gepäck
Schutzbleche sind für Pendler besonders hilfreich. Selbst wenn es nicht mehr regnet, können nasse Straßen Wasser und Schmutz auf Kleidung, Rahmen und Antrieb schleudern.
Nach einer Fahrt bei starkem Regen sollte das E-Bike abgetrocknet und bei Bedarf auf Feuchtigkeit oder Verschmutzungen kontrolliert werden. Ein Hochdruckreiniger ist für die Reinigung eines E-Bikes nicht empfehlenswert.
10. Gepäck lieber am Fahrrad transportieren
Ein schwerer Rucksack kann bei längeren Pendelstrecken schnell unangenehm werden, insbesondere im Sommer.
Ein Gepäckträger mit Packtaschen ist für den Alltag oft komfortabler.
Darin lassen sich beispielsweise transportieren:
- Laptop
- Arbeitskleidung
- Mittagessen
- Ladegerät
- Werkzeug
- Einkäufe
- Regenbekleidung
Achten Sie darauf, dass Taschen und Gepäck sicher befestigt sind und keine Gurte oder losen Teile in die Speichen geraten können.
11. Arbeitskleidung schützen
Viele Menschen verzichten auf das Fahrradpendeln, weil sie nicht verschwitzt oder mit schmutziger Kleidung im Büro ankommen möchten.
Gerade hier bietet ein Pedelec einen großen Vorteil.
Auf dem Hinweg zur Arbeit kann eine höhere Unterstützungsstufe verwendet werden, um die körperliche Belastung zu reduzieren. Auf dem Heimweg lässt sich die Unterstützung anschließend reduzieren, wenn mehr Bewegung gewünscht ist.
Schutzbleche und gegebenenfalls ein Kettenschutz helfen zusätzlich dabei, die Kleidung sauber zu halten.
Bei längeren Arbeitswegen kann es trotzdem sinnvoll sein, Wechselkleidung mitzunehmen.
12. Bedienung des E-Bikes sicher beherrschen
Bevor Sie regelmäßig im Berufsverkehr fahren, sollten Sie die wichtigsten Funktionen Ihres E-Bikes bedienen können, ohne ständig auf das Display schauen zu müssen.
Dazu gehören:
- Unterstützungsstufe wechseln
- Beleuchtung bedienen
- richtig schalten
- Akkustand ablesen
- wichtige Warnanzeigen erkennen
- Schiebehilfe bedienen
Üben Sie die Bedienung zunächst auf einer ruhigen Strecke, bevor Sie sich in dichten Stadtverkehr begeben.
13. Wartung nicht vernachlässigen
Wer jeden Tag mit dem E-Bike zur Arbeit fährt, sammelt überraschend schnell viele Kilometer.
Bei beispielsweise 16 km täglicher Hin- und Rückfahrt an fünf Arbeitstagen pro Woche ergibt sich:
16 km × 5 × 52 = 4.160 km pro Jahr
Ein Pendler-E-Bike kann deshalb deutlich häufiger Wartung benötigen als ein Fahrrad, das nur gelegentlich am Wochenende gefahren wird.
Regelmäßig kontrolliert werden sollten:
- Reifendruck und Reifen
- Bremsbeläge
- Bremsfunktion
- Kette und Schmierung
- Kettenverschleiß
- Laufräder und Speichen
- Schrauben und Befestigungen
- Kabel und Steckverbindungen
- Akkuhalterung
Einige Minuten vorbeugende Kontrolle können unterwegs viel Ärger ersparen.
14. Am Anfang etwas mehr Zeit einplanen
Die ersten Fahrten zur Arbeit dauern möglicherweise länger als erwartet.
Eine Baustelle, eine komplizierte Kreuzung, ein gesperrter Radweg oder die Suche nach einem geeigneten Fahrradständer können zusätzliche Zeit kosten.
Planen Sie deshalb während der ersten Pendelfahrten etwa 10 bis 15 Minuten Reserve ein.
Nach einigen Tagen kennen Sie die Strecke und können die tatsächliche Fahrzeit wesentlich besser einschätzen.
15. Die deutschen Regeln für E-Bikes kennen
Im deutschen Alltag ist besonders die Unterscheidung zwischen Pedelec und S-Pedelec wichtig.
Ein übliches Pedelec mit einer Nenndauerleistung des Motors von maximal 250 W und Motorunterstützung bis 25 km/h wird rechtlich grundsätzlich wie ein Fahrrad behandelt. Die Motorunterstützung setzt das Treten voraus; eine Anfahr- oder Schiebehilfe bis 6 km/h ist möglich.
Für solche Pedelecs sind grundsätzlich weder Führerschein noch Versicherungskennzeichen erforderlich.
Ein S-Pedelec mit Unterstützung bis 45 km/h gehört dagegen rechtlich nicht mehr zu den normalen Fahrrädern. Hier gelten unter anderem andere Anforderungen bezüglich Fahrerlaubnis, Versicherung, Helm und Nutzung der Verkehrswege.
Wer ein S-Pedelec für den Arbeitsweg verwendet, sollte daher besonders genau prüfen, welche Straßen und Wege tatsächlich genutzt werden dürfen.
Kurzer E-Bike-Check vor dem Arbeitsweg
Vor der Abfahrt reichen oft 30 bis 60 Sekunden für eine kurze Kontrolle:
- Akku ausreichend geladen
- Vorder- und Hinterradbremse funktionieren
- Reifen ausreichend aufgepumpt
- Beleuchtung funktioniert
- Akku sitzt sicher in der Halterung
- Taschen und Gepäck sind sicher befestigt
- Fahrradschloss und Schlüssel sind dabei
- Handy, Geldbörse und Arbeitsutensilien sind eingepackt
- Wettervorhersage wurde geprüft