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So beheben Sie nicht funktionierende E-Bike-Bremsen: Reparatur von mechanischen und hydraulischen Bremsen

Aug 24, 2026

Auf dieser Seite

  • So beheben Sie nicht funktionierende E-Bike-Bremsen
  • Warum quietschen oder kreischen meine E-Bike-Bremsen, obwohl sie das Fahrrad noch zuverlässig abbremsen?
  • Warum lässt sich der Bremshebel meines E-Bikes bis zum Lenker durchziehen?
  • Wie erkenne ich den Unterschied zwischen mechanischen und hydraulischen E-Bike-Bremsen?
  • Wie entlüftet man hydraulische E-Bike-Bremsen zu Hause ohne professionelles Entlüftungskit?
  • Wie richtet man einen schleifenden E-Bike-Bremssattel am einfachsten aus?
  • Wie reinigt und repariert man verglaste E-Bike-Bremsbeläge mit nachlassender Bremswirkung?
  • Kann ich die mechanischen Bremsen meines E-Bikes selbst auf hydraulische Bremsen umrüsten?
  • Ist normaler Kfz-Bremsenreiniger für ein E-Bike geeignet?

So beheben Sie nicht funktionierende E-Bike-Bremsen

Wenn die Bremsen Ihres E-Bikes nicht richtig funktionieren, sollten Sie zunächst feststellen, ob Ihr E-Bike mit mechanischen (seilzugbetätigten) Scheibenbremsen oder hydraulischen Scheibenbremsen ausgestattet ist. Anschließend können Sie je nach Symptom die passende Lösung anwenden.

1. Der Bremshebel lässt sich bis zum Lenker ziehen (locker / schwammig)

Bei mechanischen Bremsen:

  1. Drehen Sie die Stellschraube (Barrel Adjuster) am Bremshebel oder Bremssattel gegen den Uhrzeigersinn, um geringes Spiel im Bremszug auszugleichen.
  2. Ist der Bremszug weiterhin zu locker, lösen Sie die Klemmschraube am Bremssattel, ziehen Sie den Bremszug mit einer Zange straffer, drücken Sie den Betätigungsarm leicht nach vorne und ziehen Sie die Klemmschraube wieder fest.

Bei hydraulischen Bremsen:

  1. Ein schwammiger Druckpunkt deutet häufig darauf hin, dass sich Luft im Hydrauliksystem befindet.
  2. Entlüften Sie die Bremse mit einem passenden Entlüftungskit und der vom Bremsenhersteller vorgeschriebenen Bremsflüssigkeit (Mineralöl oder DOT 4/5.1 – niemals miteinander mischen).

2. Schwache Bremsleistung oder lautes Quietschen (verschmutzte Bremsbeläge/Bremsscheiben)

  • Bremsscheibe reinigen: Geben Sie Isopropanol mit mindestens 90 % auf ein sauberes Mikrofasertuch und wischen Sie beide Seiten der Bremsscheibe gründlich ab. Berühren Sie die Bremsflächen anschließend nicht mit bloßen Fingern.
  • Bremsbeläge prüfen: Nehmen Sie die Beläge aus dem Bremssattel. Sind sie verglast, schleifen Sie die Oberfläche vorsichtig mit feinem Schleifpapier (Körnung 200–400) auf einer ebenen Fläche an, bis wieder sauberes Belagmaterial sichtbar ist. Sind die Beläge mit Öl oder Bremsflüssigkeit durchtränkt, sollten sie ersetzt werden.
  • Belagverschleiß kontrollieren: Ist das Reibmaterial weniger als 1,5 mm dick, ersetzen Sie die Bremsbeläge umgehend.

3. Die Bremse schleift an der Bremsscheibe

  1. Lösen Sie die beiden Befestigungsschrauben des Bremssattels leicht, sodass sich der Bremssattel seitlich bewegen kann.
  2. Ziehen Sie den entsprechenden Bremshebel kräftig und halten Sie ihn gezogen. Dadurch richtet sich der Bremssattel über der Bremsscheibe aus.
  3. Halten Sie den Bremshebel weiterhin gezogen und ziehen Sie die beiden Befestigungsschrauben abwechselnd und gleichmäßig wieder fest.
  4. Drehen Sie das Rad und prüfen Sie, ob es sich frei und ohne Schleifgeräusche bewegt. Schleift die Bremse nur an einer bestimmten Stelle, kann die Bremsscheibe leicht verzogen sein. Richten Sie sie vorsichtig mit einem Bremsscheiben-Richtwerkzeug oder einem verstellbaren Schraubenschlüssel.

4. E-Bike-spezifische Prüfung: Motorabschaltung am Bremshebel

Viele in Deutschland erhältliche E-Bikes verfügen über elektronische Bremssensoren, die beim Betätigen des Bremshebels die Motorunterstützung unterbrechen.

  • Schaltet sich der Motor unerwartet ab oder setzt die Motorunterstützung nicht ein, überprüfen Sie die Kabelverbindungen der Bremssensoren an den Bremshebeln.
  • Stellen Sie sicher, dass die Steckverbindungen vollständig verbunden sind und der Bremshebel nach dem Loslassen vollständig in seine Ausgangsposition zurückkehrt.

Warum quietschen oder kreischen meine E-Bike-Bremsen, obwohl sie das Fahrrad noch zuverlässig abbremsen?

Bremsenquietschen entsteht durch winzige, hochfrequente Schwingungen zwischen Bremsbelägen, Bremsscheibe und Bremssattel. Auch wenn die Bremsen noch genügend Reibung erzeugen, um das schwerere E-Bike sicher abzubremsen, können ungleichmäßige Reibung und Vibrationen ein lautes Quietschen oder Kreischen verursachen.

Häufige Ursachen

  • Verschmutzung: Schon geringe Mengen Kettenöl, Straßenschmutz, Entfetter oder Hautfett auf Bremsscheiben oder Bremsbelägen können die Reibung ungleichmäßig machen. Die Beläge rutschen und greifen in schneller Folge, wodurch das typische Quietschen entsteht.
  • Verglaste Bremsbeläge und Bremsscheiben: E-Bikes sind vergleichsweise schwer und besitzen entsprechend mehr Bewegungsenergie. Werden die Bremsen über längere Zeit nur leicht schleifend betätigt, entsteht starke Hitze. Dadurch kann sich eine glatte, glasartige Oberfläche bilden, die schlechter greift und Geräusche verursacht.
  • Falsch ausgerichteter Bremssattel: Steht der Bremssattel leicht schräg, liegen die Bremsbeläge nicht gleichmäßig auf der Bremsscheibe auf. Stattdessen berührt zunächst nur eine Kante die Scheibe.
  • Material der Bremsbeläge: Bei vielen E-Bikes kommen metallische (gesinterte) Bremsbeläge zum Einsatz, da sie hohen Temperaturen und Belastungen besser standhalten und eine lange Lebensdauer bieten. Sie sind jedoch häufig lauter als organische Resin-Beläge – insbesondere bei Kälte, Nässe oder leichtem Bremsen.
  • Lockere Befestigungsschrauben oder verzogene Bremsscheiben: Lockere Bremssattelschrauben oder eine leicht verbogene Bremsscheibe können bei jeder Radumdrehung zu ungleichmäßigem Kontakt und wiederkehrenden Geräuschen führen.

So beheben Sie das Problem

  1. Bremsscheiben reinigen: Reinigen Sie die Bremsscheibe gründlich mit Isopropanol (mindestens 90 %) und einem sauberen, fusselfreien Mikrofasertuch. Vermeiden Sie Kfz-Bremsenreiniger, die Rückstände oder ungeeignete Zusätze enthalten können.
  2. Verglaste Bremsbeläge anschleifen: Bauen Sie die Bremsbeläge aus. Wirkt die Reibfläche glänzend und spiegelnd, schleifen Sie sie auf einer ebenen Fläche vorsichtig mit Schleifpapier der Körnung 120–240 an, bis wieder eine gleichmäßig matte Oberfläche entsteht.
  3. Bremssattel neu ausrichten: Lösen Sie die beiden Befestigungsschrauben des Bremssattels leicht, sodass er sich frei bewegen kann. Ziehen Sie den Bremshebel kräftig, damit sich der Bremssattel über der Bremsscheibe zentriert. Halten Sie den Bremshebel gezogen und ziehen Sie die beiden Schrauben anschließend gleichmäßig wieder mit dem vorgesehenen Drehmoment fest.
  4. Bremsen einbremsen: Nach dem Einbau neuer Bremsbeläge oder einer gründlichen Reinigung beschleunigen Sie auf etwa 24 km/h und bremsen kräftig bis auf Schrittgeschwindigkeit ab. Wiederholen Sie dies 15–20 Mal, ohne vollständig zum Stillstand zu kommen. Dadurch bildet sich eine gleichmäßige Schicht aus Belagmaterial auf der Bremsscheibe.

Warum lässt sich der Bremshebel meines E-Bikes bis zum Lenker durchziehen?

Wenn sich der Bremshebel eines E-Bikes vollständig bis zum Lenkergriff ziehen lässt, ohne ausreichende Bremswirkung zu erzeugen, deutet dies auf zu geringe Zugspannung oder fehlenden Hydraulikdruck im Bremssystem hin.

Die Ursache hängt hauptsächlich davon ab, ob Ihr E-Bike mit hydraulischen Scheibenbremsen oder mechanischen (seilzugbetätigten) Scheibenbremsen ausgestattet ist.

Hydraulische Scheibenbremsen

  • Luft im Bremssystem: Dies ist eine der häufigsten Ursachen. Bremsflüssigkeit lässt sich praktisch nicht komprimieren, eingeschlossene Luft dagegen schon. Beim Betätigen des Bremshebels werden daher zunächst die Luftblasen zusammengedrückt, anstatt den erforderlichen Druck am Bremssattel aufzubauen.
    Lösung: Entlüften Sie das Bremssystem und verwenden Sie ausschließlich die vom Hersteller vorgeschriebene Bremsflüssigkeit (Mineralöl oder DOT-Bremsflüssigkeit).
  • Undichtigkeit / zu wenig Bremsflüssigkeit: Ein lockerer Anschluss, eine beschädigte Bremsleitung oder eine defekte Kolbendichtung im Bremssattel bzw. Bremshebel kann zu Flüssigkeitsverlust und Druckabfall führen.
    Lösung: Kontrollieren Sie Bremshebel, Leitungen und Bremssättel auf ölige Rückstände. Ziehen Sie lockere Anschlüsse fachgerecht nach oder ersetzen Sie beschädigte Dichtungen bzw. Leitungen. Anschließend muss das System erneut entlüftet werden.
  • Zu weit ausgefahrene Bremskolben: Sind die Bremsbeläge extrem stark abgenutzt, müssen die Kolben im Bremssattel weiter als normal ausfahren. Dadurch kann sich der Hebelweg deutlich verlängern.

Mechanische (seilzugbetätigte) Scheibenbremsen

  • Zu viel Spiel oder gelängter Bremszug: Mit der Zeit kann sich der Bremszug setzen bzw. längen oder die Außenhülle kann sich an den Anschlägen setzen.
    Lösung: Stellen Sie das Spiel über die Stellschraube am Bremshebel nach. Reicht das nicht aus, lösen Sie die Zugklemmschraube am Bremssattel, ziehen Sie den Bremszug mit einer Zange straffer und ziehen Sie die Schraube anschließend wieder fest.
  • Lockere Zugklemmschraube: Die Klemmschraube am Bremssattel kann sich gelöst haben, sodass der Bremszug durchgerutscht ist und seine Spannung verloren hat.
  • Gerissener Innenzug: Der Stahlzug kann innerhalb der Außenhülle oder im Bereich der Befestigung am Bremshebel bzw. Bremssattel ausgefranst oder vollständig gerissen sein.

Allgemeine Probleme bei beiden Bremstypen

  • Stark verschlissene Bremsbeläge: Aufgrund des höheren Gewichts und der möglichen höheren Geschwindigkeit eines E-Bikes können Bremsbeläge stärker beansprucht werden. Ist das Reibmaterial bis auf die Trägerplatte abgenutzt, kann sich der notwendige Hebelweg deutlich verlängern.
  • Verstellte Griffweiteneinstellung: Die kleine Schraube zur Griffweiteneinstellung am Bremshebel kann sich gelöst oder verstellt haben. Dadurch befindet sich der Bremshebel bereits in seiner Ausgangsposition zu nah am Lenker.

Sicherheitshinweis: Viele E-Bikes verfügen über einen Motorabschaltkontakt bzw. Bremssensor am Bremshebel. Bei einem Bremshebel ohne ausreichende Bremswirkung steht nicht nur die sichere Verzögerung des Fahrrads infrage; je nach System kann auch die Motorabschaltung beeinträchtigt sein. Fahren Sie das E-Bike nicht weiter, bis die Bremse korrekt eingestellt, repariert oder entlüftet wurde.

Wie erkenne ich den Unterschied zwischen mechanischen und hydraulischen E-Bike-Bremsen?

Mechanische (seilzugbetätigte) und hydraulische Scheibenbremsen an E-Bikes lassen sich anhand von vier optischen und praktischen Merkmalen schnell unterscheiden.

1. Der Bremssattel (am Laufrad)

  • Mechanisch: Am Bremssattel ist ein Stahl-Bremszug zu sehen, der an einem beweglichen Betätigungsarm befestigt ist. Beim Ziehen des Bremshebels bewegt der Bremszug diesen äußeren Arm.
  • Hydraulisch: Eine geschlossene Hydraulikleitung führt direkt in den Bremssattel und ist dort beispielsweise über eine Verschraubung oder einen Banjo-Anschluss befestigt. Ein äußerer Betätigungsarm und ein offen sichtbarer Bremszug fehlen.

2. Die Bremsleitungen

  • Mechanisch: Verwendet eine klassische Bremszughülle mit einem geflochtenen Stahl-Innenzug. Am Bremshebel oder Bremssattel befindet sich häufig eine Stellschraube, mit der sich das Spiel des Bremszugs einstellen lässt.
  • Hydraulisch: Verwendet eine glatte, flexible Hydraulikleitung, die Bremshebel und Bremssattel miteinander verbindet. Eine Stellschraube zum Spannen eines Bremszugs gibt es nicht.

3. Die Bremshebel

  • Mechanisch: Am Bremshebel wird der Innenzug eingehängt. Außerdem befindet sich dort häufig eine von außen sichtbare Stellschraube mit Kontermutter zur Einstellung der Zugspannung.
  • Hydraulisch: Im Bremshebel befindet sich ein geschlossenes Hydrauliksystem mit Ausgleichsbehälter. Je nach Hersteller finden Sie Hinweise wie „Mineral Oil“ oder „DOT 4 / 5.1“ sowie eine Entlüftungsschraube bzw. einen Entlüftungsanschluss.

4. Das Gefühl am Bremshebel

  • Mechanisch: Der Bremshebel erfordert in der Regel mehr Handkraft. Durch die Reibung des Stahlzugs in der Außenhülle kann sich die Betätigung etwas schwergängiger oder weniger gleichmäßig anfühlen.
  • Hydraulisch: Die Betätigung ist normalerweise leichtgängig und gleichmäßig. Schon mit geringer Fingerkraft lässt sich eine hohe Bremswirkung mit guter Dosierbarkeit erzielen.

Mechanische vs. hydraulische E-Bike-Bremsen

Merkmal Mechanische Scheibenbremsen Hydraulische Scheibenbremsen
Betätigung Stahl-Bremszug und Betätigungsarm Hydraulikflüssigkeit unter Druck (Mineralöl oder DOT)
Optisches Merkmal Sichtbarer Innenzug und Zugklemmschraube Geschlossene Hydraulikleitung und Hydrauliksystem
Einstellung Stellschraube zur Einstellung der Zugspannung Kolben stellen sich bei Belagverschleiß weitgehend selbst nach
Bremsleistung Gut, erfordert meist mehr Handkraft Hoch, häufig komfortabel mit einem Finger dosierbar

Wie entlüftet man hydraulische E-Bike-Bremsen zu Hause ohne professionelles Entlüftungskit?

Hydraulische E-Bike-Bremsen lassen sich grundsätzlich auch zu Hause entlüften. Dabei wird mit einfachen Hilfsmitteln frische Bremsflüssigkeit durch das System geleitet, während eingeschlossene Luftblasen entfernt werden.

Wichtiger Hinweis zur Bremsflüssigkeit: Prüfen Sie vor Beginn unbedingt die Angaben auf dem Bremshebel, Ausgleichsbehälter oder in der Herstelleranleitung. Viele in Deutschland verbreitete Bremssysteme von Shimano, Magura und Tektro verwenden Mineralöl. Andere Systeme, beispielsweise bestimmte Bremsen von SRAM/Avid, benötigen DOT 4 oder DOT 5.1. Verwenden Sie ausschließlich die vom Hersteller vorgeschriebene Flüssigkeit und mischen Sie Mineralöl und DOT-Bremsflüssigkeit niemals miteinander.

Benötigte Hilfsmittel

  • Bremsflüssigkeit: Das vom Bremsenhersteller vorgeschriebene Mineralöl bzw. die entsprechende DOT-Bremsflüssigkeit.
  • Schlauch: Etwa 30 cm transparenter Vinylschlauch, der dicht auf den Entlüftungsnippel am Bremssattel passt. Häufig eignen sich etwa 4–5 mm Innendurchmesser, abhängig vom Bremssystem.
  • Spritze / Auffangbehälter: Eine saubere Kunststoffspritze mit etwa 20–50 ml Volumen oder ein kleiner Auffangbehälter.
  • Werkzeug: Innensechskantschlüssel, sauberer Entlüftungsblock bzw. geeigneter Kolben-Abstandshalter, Kabelbinder oder Gummiband sowie Isopropanol und ein sauberes Tuch.

1. E-Bike ausschalten und Bremsbeläge schützen

Bremsflüssigkeit auf den Bremsbelägen kann deren Bremswirkung erheblich beeinträchtigen.

Schalten Sie das E-Bike vollständig aus und entnehmen Sie nach Möglichkeit den Akku. Bauen Sie das Laufrad und die Bremsbeläge aus dem Bremssattel aus. Setzen Sie anschließend einen passenden Entlüftungsblock (Bleed Block) zwischen die Bremskolben, damit diese während des Entlüftens nicht zu weit herausgedrückt werden.

2. Bremshebel waagerecht ausrichten

Lösen Sie die Befestigung des Bremshebels am Lenker und drehen Sie ihn so, dass sich die Entlüftungsöffnung bzw. der Ausgleichsbehälter möglichst waagerecht befindet. Dadurch können Luftblasen nach oben steigen und beim Öffnen des Systems leichter entweichen.

3. Auffangschlauch am Bremssattel anschließen

Stecken Sie den transparenten Schlauch fest auf den Entlüftungsnippel des Bremssattels. Führen Sie das andere Ende in einen geeigneten Auffangbehälter, sodass austretende Bremsflüssigkeit sauber aufgefangen wird.

4. Obere Entlüftungsöffnung öffnen und Flüssigkeit nachfüllen

Entfernen Sie die Entlüftungsschraube am Bremshebel bzw. öffnen Sie den Ausgleichsbehälter entsprechend den Vorgaben des Herstellers. Ein geeigneter Trichter oder eine passende Spritze kann als Reservoir verwendet werden.

Halten Sie stets ausreichend frische Bremsflüssigkeit im Reservoir, damit während des Entlüftens keine neue Luft in das System gezogen wird.

5. Luft aus dem Bremssystem entfernen

  1. Betätigen Sie den Bremshebel 3–4 Mal und halten Sie ihn anschließend gezogen.
  2. Öffnen Sie bei weiterhin gezogenem Bremshebel den Entlüftungsnippel am Bremssattel vorsichtig um etwa eine Vierteldrehung. Alte Flüssigkeit und Luftblasen können nun durch den transparenten Schlauch austreten.
  3. Schließen Sie den Entlüftungsnippel wieder, bevor Sie den Bremshebel loslassen.
  4. Lassen Sie den Bremshebel langsam in seine Ausgangsposition zurückkehren.
  5. Wiederholen Sie diesen Vorgang, bis keine Luftblasen mehr austreten und sich ein klar definierter, fester Druckpunkt am Bremshebel einstellt.

6. Entlüftungsöffnungen schließen und Bremse reinigen

Schließen Sie den Entlüftungsnippel am Bremssattel entsprechend den Herstellervorgaben und entfernen Sie den Schlauch. Verschließen Sie anschließend auch die Entlüftungsöffnung bzw. den Ausgleichsbehälter am Bremshebel.

Reinigen Sie Bremssattel und Bremshebel sorgfältig von eventuell ausgetretener Flüssigkeit. Setzen Sie danach die Bremsbeläge und das Laufrad wieder ein.

Prüfen Sie vor der ersten Fahrt, ob der Bremshebel einen festen und gleichmäßigen Druckpunkt besitzt und die Bremse zuverlässig funktioniert. Bei Unsicherheit oder Undichtigkeiten sollte die Bremse von einer Fahrrad- bzw. E-Bike-Fachwerkstatt überprüft werden.

Wie richtet man einen schleifenden E-Bike-Bremssattel am einfachsten aus?

Die schnellste und meist zuverlässige Methode zum Ausrichten eines Scheibenbremssattels ist die Bremshebel-Zentriermethode. Dabei werden die Bremsbeläge genutzt, um den Bremssattel automatisch über der Bremsscheibe zu zentrieren.

1. Befestigungsschrauben des Bremssattels lösen

Die Schrauben nicht vollständig herausdrehen.

Lösen Sie mit einem 5-mm- oder 4-mm-Innensechskantschlüssel die beiden Schrauben, mit denen der Bremssattel am Rahmen, an der Gabel oder am Adapter befestigt ist, um etwa 1–2 Umdrehungen. Der Bremssattel sollte sich nun leicht seitlich bewegen lassen.

2. Bremshebel ziehen und halten

Üben Sie einen gleichmäßigen, kräftigen Druck aus.

Ziehen Sie den entsprechenden Bremshebel kräftig und halten Sie ihn gezogen. Dadurch pressen sich die Bremsbeläge gegen die Bremsscheibe und richten den Bremssattel parallel zur Scheibe aus.

Tipp: Wenn Sie beide Hände zum Festziehen benötigen, können Sie den Bremshebel mit einem kräftigen Gummiband oder einem geeigneten Riemen am Lenker fixieren.

3. Schrauben abwechselnd festziehen

Wird eine Schraube sofort vollständig angezogen, kann sich der Bremssattel wieder leicht verdrehen.

Halten Sie den Bremshebel weiterhin vollständig gezogen und ziehen Sie die obere und untere Schraube schrittweise und abwechselnd fest. Drehen Sie beispielsweise die obere Schraube um eine Vierteldrehung, anschließend die untere um eine Vierteldrehung und wiederholen Sie den Vorgang.

Ziehen Sie beide Schrauben anschließend mit dem vom Bremsen- oder Fahrradhersteller vorgeschriebenen Drehmoment fest. Bei vielen Systemen liegt dieses ungefähr im Bereich von 6–8 Nm, die Herstellerangabe hat jedoch Vorrang.

4. Bremshebel lösen und Laufrad drehen

Lassen Sie den Bremshebel los und drehen Sie das Laufrad frei. Blicken Sie von oben durch den Spalt des Bremssattels. Vor einem hellen Hintergrund lässt sich leichter erkennen, ob auf beiden Seiten der Bremsscheibe ein gleichmäßiger Abstand zu den Bremsbelägen vorhanden ist.

Wenn die Bremse weiterhin schleift

  • Mechanische (seilzugbetätigte) Scheibenbremsen: Bei vielen mechanischen Scheibenbremsen ist einer der Bremsbeläge feststehend. Drehen Sie dessen Einstellschraube vor dem Zentrieren um 1–2 Raststufen zurück. Stellen Sie den Belag danach wieder so ein, dass nur ein minimaler Abstand zur Bremsscheibe bleibt, ohne dass diese schleift.
  • Verzogene Bremsscheibe: Tritt das Schleifen bei jeder Radumdrehung immer an derselben Stelle auf, ist die Bremsscheibe möglicherweise leicht verbogen. Richten Sie die betroffene Stelle vorsichtig mit einem Bremsscheiben-Richtwerkzeug.
  • Schwergängige Bremskolben bei hydraulischen Bremsen: Bauen Sie Laufrad und Bremsbeläge aus und setzen Sie einen geeigneten Abstandshalter ein. Die Kolben können vorsichtig etwas ausgefahren und im zugänglichen Bereich entsprechend den Herstellerangaben gereinigt werden. Drücken Sie sie anschließend mit einem geeigneten Kunststoffwerkzeug gleichmäßig zurück in den Bremssattel.

Wie reinigt und repariert man verglaste E-Bike-Bremsbeläge mit nachlassender Bremswirkung?

Bremsbeläge können durch starke Hitze beim intensiven oder längeren Bremsen verglasen. Dabei entsteht auf der Oberfläche des Reibmaterials eine glatte, glänzende Schicht, die weniger Reibung erzeugt und dadurch die Bremsleistung verringert.

1. Bremsbeläge ausbauen

Berühren Sie die Reibflächen nicht mit bloßen Fingern.

Bauen Sie das Laufrad aus bzw. entfernen Sie den Sicherungsstift oder die Befestigungsschraube des Bremssattels. Nehmen Sie anschließend die Bremsbeläge zusammen mit der Haltefeder heraus.

Prüfen Sie die Stärke des Reibmaterials. Sind weniger als 1 mm Belagmaterial vorhanden, sollten die Bremsbeläge ersetzt und nicht mehr angeschliffen werden. Beachten Sie dabei auch die Verschleißgrenze des jeweiligen Bremsenherstellers.

2. Verglaste Oberfläche abschleifen

Arbeiten Sie auf einer vollständig ebenen Fläche.

Legen Sie ein Blatt Schleifpapier mit Körnung 120–220 flach auf eine Werkbank oder eine Glasscheibe.

Legen Sie den Bremsbelag mit der Reibfläche nach unten auf das Schleifpapier und bewegen Sie ihn etwa 15–30 Sekunden in Form einer Acht darüber. Schleifen Sie so lange, bis die glänzende, spiegelnde Oberfläche verschwunden ist und wieder eine gleichmäßig matte, leicht raue Oberfläche sichtbar wird.

Wiederholen Sie den Vorgang beim zweiten Bremsbelag.

3. Bremsbeläge und Bremsscheiben mit Isopropanol reinigen

Verwenden Sie Isopropanol mit mindestens 90 % oder einen ausdrücklich für Fahrrad-Scheibenbremsen geeigneten, rückstandsfreien Bremsenreiniger.

Reinigen Sie die Bremsbeläge gründlich und entfernen Sie den Schleifstaub mit einem sauberen, fusselfreien Tuch.

Solange das Laufrad ausgebaut ist, reinigen Sie auch die Reibflächen der Bremsscheibe gründlich mit Isopropanol. Entfernen Sie dabei Belagablagerungen, Öl und Straßenschmutz.

4. Bremsbeläge wieder einbauen und einbremsen

Dieser Schritt ist wichtig, um die volle Bremsleistung wiederherzustellen.

Montieren Sie die Bremsbeläge und das Laufrad wieder. Suchen Sie anschließend eine ebene, verkehrsfreie und sichere Strecke:

  • Beschleunigen Sie das E-Bike auf etwa 25–30 km/h.
  • Bremsen Sie kräftig bis auf etwa Schrittgeschwindigkeit (ca. 5 km/h) ab, ohne das Laufrad zu blockieren oder vollständig zum Stillstand zu kommen.
  • Wiederholen Sie diesen Vorgang etwa 15–20 Mal, damit sich eine gleichmäßige, dünne Schicht aus Belagmaterial auf der Bremsscheibe bildet.

Wann sollten die Bremsbeläge stattdessen ersetzt werden?

  • Verunreinigung durch Öl oder Hydraulikflüssigkeit: Wurde der Verlust der Bremswirkung durch einen undichten Bremssattel, Kettenöl oder andere Schmiermittel verursacht, hilft Anschleifen häufig nur vorübergehend. Besonders organische Resin-Beläge können Flüssigkeiten tief aufnehmen und sollten bei starker Kontamination ersetzt werden.
  • Ungleichmäßiger oder starker Verschleiß: Sind die Bremsbeläge schräg abgenutzt oder bereits bis zur metallischen Trägerplatte verschlissen, müssen sie ersetzt werden.

Kann ich die mechanischen Bremsen meines E-Bikes selbst auf hydraulische Bremsen umrüsten?

Ja, mechanische E-Bike-Bremsen können grundsätzlich selbst auf hydraulische Bremsen umgerüstet werden, wenn Sie über grundlegendes Fahrradwerkzeug und entsprechende Schrauberkenntnisse verfügen. Bei E-Bikes müssen jedoch einige zusätzliche technische Anforderungen berücksichtigt werden, die bei einem normalen Fahrrad nicht immer relevant sind.

Wichtige Kompatibilitätsfaktoren beim E-Bike

  • Motorabschaltung über Bremssensoren: Einige E-Bikes verfügen über elektronische Bremssensoren, die beim Betätigen des Bremshebels die Motorunterstützung unterbrechen. Normale hydraulische Fahrradbremsen besitzen solche Anschlüsse häufig nicht. In diesem Fall benötigen Sie entweder E-Bike-kompatible hydraulische Bremshebel mit integriertem Bremssensor oder einen geeigneten externen Magnet-/Bremssensor.
  • Steckertyp und Pinbelegung: Prüfen Sie, ob der Anschluss des Bremssensors zum Kabelbaum bzw. Controller Ihres E-Bikes passt. Je nach System kommen beispielsweise 2-polige oder 3-polige wasserdichte Steckverbinder oder herstellerspezifische Anschlüsse zum Einsatz. Farbe und Pinzahl allein garantieren keine elektrische Kompatibilität.
  • Befestigungsstandard: Prüfen Sie, welchen Befestigungsstandard Rahmen und Gabel verwenden, beispielsweise Post Mount (PM) oder IS (International Standard). Außerdem müssen Bremssattel, Adapter und Bremsscheibengröße zusammenpassen. Übliche Bremsscheibendurchmesser sind 160 mm, 180 mm und 203 mm.
  • Interne oder externe Leitungsführung: Vormontierte hydraulische Bremssets sind häufig bereits befüllt und entlüftet. Bei einer innenverlegten Bremsleitung muss der Hydraulikschlauch unter Umständen getrennt, durch den Rahmen geführt und anschließend mit einer neuen Olive und einem neuen Insert wieder angeschlossen werden. Danach muss die Bremse mit dem passenden Entlüftungskit und der vorgeschriebenen Flüssigkeit (Mineralöl oder DOT-Bremsflüssigkeit) entlüftet werden.

Möglichkeiten für die Umrüstung

Umrüstungsvariante Schwierigkeitsgrad Ungefähre Kosten Kompatibilität mit Motorabschaltung
Seilzugbetätigte hydraulische Bremssättel Niedrig ca. 30–80 € Originale Bremshebel und vorhandene Sensoren können meist erhalten bleiben
Komplettes hydraulisches E-Bike-Bremsset Mittel bis hoch ca. 90–250 €+ Je nach Modell mit integrierten, zum E-Bike-System passenden Bremssensoren erhältlich
Standard-Hydraulikbremsen + externe Bremssensoren Mittel ca. 80–200 € Zusätzliche Magnet-/Bremssensoren müssen montiert und korrekt eingestellt werden

Wenn Sie eine bessere Bremsleistung wünschen, aber weder die Elektrik verändern noch Hydraulikleitungen durch den Rahmen verlegen und anschließend entlüften möchten, können seilzugbetätigte hydraulische Bremssättel eine einfachere Alternative sein. Sie werden über die vorhandenen mechanischen Bremszüge angesteuert, während die eigentliche Betätigung der Bremsbeläge im Bremssattel hydraulisch erfolgt.

Ist normaler Kfz-Bremsenreiniger für ein E-Bike geeignet?

Nur sehr eingeschränkt. Herkömmlicher Kfz-Bremsenreiniger kann für manche Fahrradkomponenten zu aggressiv sein und sollte nicht als allgemeines Reinigungsmittel für ein E-Bike verwendet werden. Für Bremsscheiben ist Isopropanol (IPA) oder ein ausdrücklich für Fahrrad-Scheibenbremsen geeigneter, rückstandsfreier Reiniger meist die bessere Wahl.

Wichtige Risiken bei E-Bikes

  • Elektronik und Kabel: Starke Lösungsmittel können bestimmte Kabelisolierungen, Dichtungen und Kunststoffe angreifen. Gelangen sie in Motor-, Akku- oder Steckverbindungen, können zudem elektrische Probleme entstehen.
  • Kunststoff- und Lackteile: Aggressive Reiniger können Displays, Akkugehäuse, Sensorabdeckungen und andere Kunststoffteile beschädigen oder verfärben. Auch lackierte bzw. beschichtete Oberflächen können angegriffen werden.
  • Dichtungen und Lager: Bremsenreiniger kann Schmierstoffe aus Lagern und anderen beweglichen Komponenten lösen. Bestimmte Lösungsmittel können außerdem Dichtungen und andere empfindliche Materialien beschädigen.

So reinigen Sie die Bremsen sicher

  • Bremsscheiben: Verwenden Sie vorzugsweise Isopropanol (mindestens 90 %) oder einen für Fahrrad-Scheibenbremsen vorgesehenen Reiniger. Geben Sie den Reiniger auf ein sauberes, fusselfreies Tuch und wischen Sie die Bremsscheibe gründlich ab, anstatt das gesamte E-Bike einzusprühen.
  • Bremsbeläge: Sind die Beläge verschmutzt, bauen Sie sie zunächst aus. Leicht verglaste Beläge können vorsichtig angeschliffen und anschließend mit einem geeigneten rückstandsfreien Reiniger gesäubert werden. Bei starker Verunreinigung durch Öl oder Bremsflüssigkeit sollten die Beläge ersetzt werden.
  • Rahmen und Elektronik: Verwenden Sie einen speziellen Fahrradreiniger oder mildes Spülmittel mit warmem Wasser und einem feuchten Tuch. Sprühen Sie keine Lösungsmittel oder Hochdruck-Wasserstrahlen direkt auf Motor, Akkuaufnahme, Display, Sensoren oder elektrische Steckverbindungen.
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So beheben Sie, dass sich Ihr E-Bike nicht einschalten lässt: Schritt-für-Schritt-Fehlersuche und Reparatur
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So beheben Sie ein E-Bike, das sich nach einem Akkuwechsel nicht mehr einschalten lässt

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