Auf dieser Seite
- Wie schnell darf ein E-Bike fahren?
- 1. Den richtigen Unterstützungsmodus verwenden
- 2. Reifendruck optimieren
- 3. Reifen mit geringerem Rollwiderstand verwenden
- 4. Kette und Antrieb sauber halten
- 5. Bremsen auf Schleifen überprüfen
- 6. Unnötiges Gewicht reduzieren
- 7. Akku vollständig laden
- 8. Größeres Kettenblatt gegen „Ghost Pedaling“
- 9. Elektronische Geschwindigkeitsbegrenzung entfernen?
- 10. Einen stärkeren Akku einbauen?
- 11. Controller und Motor upgraden?
- Was macht ein E-Bike tatsächlich schneller?
- Macht ein stärkerer Motor das E-Bike automatisch schneller?
- Geschwindigkeit oder Beschleunigung – was möchten Sie eigentlich verbessern?
Viele E-Bike-Fahrer fragen sich früher oder später: Wie kann ich mein E-Bike schneller machen? Je nach Modell gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Fahrleistung zu verbessern. Dabei sollte man jedoch zwischen einer tatsächlichen Erhöhung der Motorunterstützung und einfachen Optimierungen unterscheiden, die lediglich Rollwiderstand, Gewicht oder Energieverluste reduzieren.
Wichtig ist außerdem: Änderungen an Motorsteuerung, Geschwindigkeitsbegrenzung, Akku oder Controller können die Betriebssicherheit beeinträchtigen, die Garantie ungültig machen und dazu führen, dass das Fahrrad im öffentlichen Straßenverkehr nicht mehr als reguläres E-Bike bzw. Pedelec genutzt werden darf.
Wie schnell darf ein E-Bike fahren?
Bevor Sie versuchen, ein E-Bike schneller zu machen, sollten Sie die gesetzlichen Grenzen kennen.
In Deutschland unterstützt ein gewöhnliches Pedelec bis maximal 25 km/h. Danach darf man natürlich weiterhin schneller fahren, allerdings ohne elektrische Motorunterstützung.
S-Pedelecs können eine Motorunterstützung bis 45 km/h bieten, gehören jedoch rechtlich in eine andere Fahrzeugkategorie und unterliegen zusätzlichen Vorschriften.
Wer die Geschwindigkeitsbegrenzung eines normalen Pedelecs manipuliert, kann deshalb dessen rechtlichen Status verändern. Besonders problematisch wird dies, wenn das getunte Fahrrad anschließend auf öffentlichen Straßen oder Radwegen genutzt wird.
Für viele Fahrer ist es daher sinnvoller, zunächst die Effizienz des Fahrrads zu verbessern, anstatt die elektronische Begrenzung zu umgehen.
1. Den richtigen Unterstützungsmodus verwenden
Die einfachste Möglichkeit, die maximale Leistung Ihres E-Bikes auszunutzen, besteht darin, den passenden Unterstützungsmodus einzustellen.
Viele moderne E-Bikes verfügen über mehrere Stufen, beispielsweise:
- Eco
- Tour
- Sport
- Turbo
Im höchsten Unterstützungsmodus stellt der Motor normalerweise seine stärkste zulässige Unterstützung bereit.
Allerdings steigt dadurch auch der Energieverbrauch. Wer permanent im stärksten Modus fährt, muss deshalb mit einer geringeren Reichweite rechnen.
Prüfen Sie außerdem die Bedienungsanleitung oder die offizielle App des Herstellers. Einige E-Bikes besitzen unterschiedliche Fahrprofile oder Einstellungen, die innerhalb der gesetzlichen Grenzen angepasst werden können.
2. Reifendruck optimieren
Der Reifendruck hat überraschend großen Einfluss darauf, wie leicht ein E-Bike rollt.
Ist der Luftdruck zu niedrig, verformt sich der Reifen stärker und erzeugt zusätzlichen Rollwiderstand. Der Motor muss mehr Energie aufbringen, um dieselbe Geschwindigkeit zu halten.
Kontrollieren Sie deshalb regelmäßig den Reifendruck und orientieren Sie sich an dem vom Reifen- oder Fahrradhersteller angegebenen Bereich.
Der maximale auf der Reifenflanke angegebene Druck sollte dabei nicht automatisch als idealer Fahrdruck betrachtet werden. Fahrergewicht, Reifenbreite, Untergrund und gewünschter Komfort spielen ebenfalls eine Rolle.
Ein korrekt eingestellter Reifendruck kann:
- den Rollwiderstand reduzieren,
- das Fahrverhalten verbessern,
- die Reichweite erhöhen,
- den Reifenverschleiß reduzieren.
Besonders bei Fatbikes muss ein Kompromiss zwischen Komfort, Traktion und geringem Rollwiderstand gefunden werden.
3. Reifen mit geringerem Rollwiderstand verwenden
Breite Reifen mit aggressivem Offroad-Profil bieten auf Sand, Schnee, Schotter und Trails viel Grip. Auf glattem Asphalt erzeugen sie jedoch normalerweise mehr Rollwiderstand als schmalere Straßenreifen mit einem weniger aggressiven Profil.
Wer sein E-Bike überwiegend zum Pendeln auf befestigten Straßen verwendet, kann daher über passende Reifen mit geringerem Rollwiderstand nachdenken.
Das macht den Motor nicht leistungsstärker. Das Fahrrad kann sich aber effizienter bewegen und Geschwindigkeit leichter halten.
Bei einem Fat Tire E-Bike sollte man einen Reifenwechsel sorgfältig prüfen. Reifenbreite und Felge müssen zusammenpassen, und ein deutlich schmalerer Reifen kann das Fahrverhalten verändern.
4. Kette und Antrieb sauber halten
Ein verschmutzter oder schlecht gewarteter Antrieb verursacht zusätzliche Reibung.
Schmutz, Sand und altes Schmiermittel können sich an folgenden Komponenten ansammeln:
- Kette
- Kassette
- Kettenblatt
- Schaltwerk
- Schaltröllchen
Reinigen Sie den Antrieb regelmäßig und verwenden Sie anschließend ein geeignetes Fahrrad-Kettenöl.
Ein sauberer Antrieb macht aus einem 250-Watt-Motor natürlich keinen 750-Watt-Motor. Er sorgt aber dafür, dass weniger Energie durch unnötige Reibung verloren geht.
5. Bremsen auf Schleifen überprüfen
Wenn ein E-Bike plötzlich langsamer als früher erscheint, muss nicht unbedingt der Motor die Ursache sein.
Ein häufig übersehenes Problem sind schleifende Bremsen.
Heben Sie das Vorder- oder Hinterrad an und drehen Sie es vorsichtig. Das Rad sollte sich relativ frei bewegen. Wenn die Bremsscheibe permanent an den Bremsbelägen schleift, entsteht zusätzlicher Widerstand.
Mögliche Ursachen sind:
- falsch ausgerichteter Bremssattel,
- verbogene Bremsscheibe,
- falsch eingestellte mechanische Bremse,
- Probleme mit Kolben oder Bremsbelägen.
Bei Unsicherheit sollte die Bremsanlage von einer Fahrradwerkstatt kontrolliert werden.
6. Unnötiges Gewicht reduzieren
Mehr Gewicht bedeutet nicht automatisch eine niedrigere Höchstgeschwindigkeit auf ebener Strecke, es beeinflusst jedoch insbesondere Beschleunigung und Bergauffahrten.
Überprüfen Sie daher, ob Sie ständig unnötige Gegenstände transportieren.
Dazu können schwere Taschen, Werkzeug, zusätzliche Schlösser oder Gepäck gehören.
Der Effekt ist normalerweise kleiner als bei Motor- oder Akkuänderungen, aber jedes zusätzliche Kilogramm muss beim Beschleunigen und am Berg bewegt werden.
7. Akku vollständig laden
Die Leistung eines E-Bikes hängt auch vom Ladezustand und Zustand des Akkus ab.
Bei einigen elektrischen Antriebssystemen kann die verfügbare Spannung mit sinkendem Ladezustand abnehmen. Unter hoher Last kann außerdem ein stärkerer Spannungseinbruch auftreten.
Wenn Sie die maximale reguläre Leistung Ihres Fahrrads benötigen, beispielsweise vor einer längeren Fahrt mit vielen Steigungen, starten Sie mit einem ausreichend geladenen Akku.
Ein alter oder beschädigter Akku kann ebenfalls dazu führen, dass ein E-Bike unter Belastung weniger leistungsfähig wirkt.
8. Größeres Kettenblatt gegen „Ghost Pedaling“
Manche E-Bikes erreichen eine Geschwindigkeit, bei der der Fahrer kaum noch sinnvoll mittreten kann. Die Pedale drehen sich dann sehr schnell, ohne dass sich ein angenehmer Widerstand aufbauen lässt. Dieses Phänomen wird häufig als Ghost Pedaling bezeichnet.
Eine andere Übersetzung kann dieses Problem reduzieren.
Ein größeres vorderes Kettenblatt oder eine entsprechend angepasste Übersetzung ermöglicht es dem Fahrer, bei höherer Geschwindigkeit weiterhin sinnvoll zu treten.
Das erhöht allerdings nicht automatisch die maximale Geschwindigkeit des Motors. Es verändert hauptsächlich die mechanische Übersetzung des Fahrrads.
Vor einem Umbau sollten Kompatibilität, Kettenlinie, Schaltwerk und verfügbare Übersetzungsbandbreite überprüft werden.
9. Elektronische Geschwindigkeitsbegrenzung entfernen?
Im Internet findet man zahlreiche Anleitungen zum sogenannten E-Bike-Tuning. Dabei werden beispielsweise Geschwindigkeitssensoren, Displayeinstellungen oder zusätzliche Tuning-Module manipuliert, damit die Motorunterstützung oberhalb der vorgesehenen Grenze aktiv bleibt.
Technisch kann eine solche Manipulation bei manchen Systemen möglich sein. Für ein E-Bike, das im öffentlichen Straßenverkehr genutzt wird, ist sie jedoch keine empfehlenswerte Methode.
Das Fahrrad wurde als Gesamtsystem für bestimmte Leistungs-, Belastungs- und Geschwindigkeitsbereiche entwickelt. Eine Manipulation kann unter anderem Auswirkungen auf:
- Garantie,
- Versicherungsschutz,
- Betriebssicherheit,
- Akku-Reichweite,
- Motorbelastung,
- Controller,
- Bremsweg und
- rechtliche Fahrzeugklassifizierung
haben.
Wenn Sie mehr Geschwindigkeit benötigen, ist ein Fahrzeug sinnvoller, das vom Hersteller bereits für die entsprechende Geschwindigkeit konstruiert und zugelassen wurde.
10. Einen stärkeren Akku einbauen?
Eine höhere Akkuspannung wird häufig als Möglichkeit genannt, einen Elektromotor schneller drehen zu lassen. Deshalb findet man beispielsweise Umbauten von 48 V auf 52 V oder noch höhere Spannungen.
Bei einem serienmäßigen E-Bike sollte man einen solchen Akku jedoch nicht einfach anschließen.
Motor, Controller, Display, Verkabelung, BMS und andere elektrische Komponenten müssen für die entsprechende Spannung ausgelegt sein. Ein inkompatibler Akku kann Komponenten beschädigen und Sicherheitsrisiken verursachen.
Wer lediglich mehr Reichweite benötigt, sollte stattdessen einen vom Hersteller freigegebenen Akku mit passender Spannung und gegebenenfalls höherer Kapazität verwenden.
11. Controller und Motor upgraden?
Ein leistungsfähigerer Controller kann dem Motor unter bestimmten Voraussetzungen mehr elektrische Leistung bereitstellen. Zusammen mit einem stärkeren Motor und einem geeigneten Akku können dadurch deutlich höhere Leistungen erreicht werden.
An diesem Punkt handelt es sich allerdings nicht mehr um eine kleine Optimierung.
Akku, BMS, Controller, Motor, Kabel, Steckverbindungen, Bremsen und thermische Belastbarkeit müssen aufeinander abgestimmt sein. Gleichzeitig kann sich die rechtliche Einstufung des Fahrzeugs verändern.
Für ein normales Straßen-E-Bike ist ein kompletter Leistungsumbau deshalb selten die sinnvollste Lösung.
Was macht ein E-Bike tatsächlich schneller?
| Maßnahme | Möglicher Effekt | Risiko |
|---|---|---|
| Richtiger Reifendruck | Weniger Rollwiderstand | Niedrig |
| Straßenorientierte Reifen | Effizienteres Rollen | Niedrig |
| Antrieb reinigen | Weniger Reibungsverluste | Niedrig |
| Schleifende Bremsen beheben | Weniger Widerstand | Niedrig |
| Gewicht reduzieren | Bessere Beschleunigung | Niedrig |
| Akku ausreichend laden | Optimale reguläre Leistung | Niedrig |
| Übersetzung anpassen | Besseres Treten bei hohem Tempo | Mittel |
| Speed-Limiter manipulieren | Höhere Motorunterstützung möglich | Hoch |
| Spannung/Controller erhöhen | Deutlich höhere Leistung möglich | Sehr hoch |
Macht ein stärkerer Motor das E-Bike automatisch schneller?
Nicht unbedingt.
Die Wattzahl eines Motors sagt allein wenig über die tatsächliche Höchstgeschwindigkeit aus. Ein stärkerer Motor kann insbesondere bei Beschleunigung, Zuladung und Steigungen Vorteile bieten, aber die Endgeschwindigkeit hängt von mehreren Faktoren ab.
Dazu gehören Motorcharakteristik, Controller, Akkuspannung, Übersetzung, Reifen, Fahrergewicht, Luftwiderstand und elektronische Geschwindigkeitsbegrenzung.
Ein 750-W-Motor muss deshalb nicht automatisch eine höhere Höchstgeschwindigkeit erreichen als jedes E-Bike mit einem schwächeren Motor.
Geschwindigkeit oder Beschleunigung – was möchten Sie eigentlich verbessern?
Bei der Frage „Wie kann ich mein E-Bike schneller machen?“ geht es nicht immer um eine höhere Endgeschwindigkeit.
Manche Fahrer möchten hauptsächlich:
Schneller beschleunigen: Hier spielen Drehmoment, Motorleistung, Controller und Gesamtgewicht eine wichtige Rolle.
Besser bergauf fahren: Drehmoment, Motortyp, Übersetzung und Fahrergewicht werden wichtiger als die reine Höchstgeschwindigkeit.
Auf Asphalt leichter rollen: Reifendruck, Reifenprofil, Bremsen und Antriebswartung sind entscheidend.
Bei höherem Tempo besser mittreten: Hier kann eine angepasste Übersetzung helfen.
Bevor Sie Komponenten austauschen, sollten Sie deshalb zunächst herausfinden, welches dieser Probleme Sie tatsächlich lösen möchten.