Auf dieser Seite
- E-Bike fahren mit ausgeschaltetem Motor
- E-Bike ohne Unterstützung fahren – schädlich?
- E-Bike ohne Akku fahren: schwer?
- Bosch E-Bike ohne Unterstützung fahren
- E-Bike ohne Motor Widerstand
- E-Bike mit ausgebautem Akku fahren
- Bosch CX ohne Unterstützung fahren
- Gibt es beim Treten einen spürbaren Tretwiderstand, wenn der Motor aus ist?
- Schadet es dem Motor oder dem Akku, wenn ich ohne Unterstützung fahre?
- Kann ich den Akku ganz zu Hause lassen und das E-Bike einfach so fahren?
- Funktioniert das Licht am E-Bike noch, wenn der Akku komplett leer gefahren ist?
- Wie viel Akkuladung spart es wirklich, wenn ich den Motor zeitweise ausschalte?
- Wie viel anstrengender ist das Fahren ohne Motor im Vergleich zu einem normalen Fahrrad?
E-Bike fahren mit ausgeschaltetem Motor
Ein E-Bike lässt sich problemlos mit ausgeschaltetem Motor oder leerem Akku wie ein normales Fahrrad fahren. Dem Motor oder dem Antriebsstrang schadet dies nicht.
Fahrverhalten und Tretwiderstand
- Moderne Mittelmotoren (Bosch, Shimano, Brose etc.): Sie verfügen über interne Freilaufsysteme. Beim Treten ohne Unterstützung entsteht kaum mechanischer Tretwiderstand durch den Motor selbst.
- Nabenmotoren (z. B. im Hinterrad): Bei Direktläufern ohne Freilaufgetriebe kann ein leicht spürbarer magnetischer Schleppwiderstand auftreten.
- Mehrgewicht: Ein E-Bike wiegt in der Regel zwischen 20 und 28 kg. Das Anfahren, Beschleunigen und Fahren bergauf erfordert daher spürbar mehr Beinkraft als bei einem leichten Fahrrad ohne Motor.
Praktische Punkte beachten
- Schaltung nutzen: Rechtzeitig vor Ampeln oder Steigungen in einen leichteren Gang schalten, um das Anfahren mit reiner Muskelkraft zu erleichtern.
- Beleuchtung und Zubehör: Ist der Akku leer oder entfernt, fällt bei vielen Systemen auch das über den Hauptakku gespeiste Licht aus, sofern keine gesetzliche Pufferreserve vorhanden ist. Bei elektronischen Schaltungen bleibt die Funktion meist noch für einige Schaltvorgänge aktiv.
E-Bike ohne Unterstützung fahren – schädlich?
Nein, das Fahren eines E-Bikes ohne Motorunterstützung oder mit leerem Akku ist nicht schädlich – weder für den Motor noch für das Fahrrad oder den Akku.
Moderne E-Bikes sind technisch genau darauf ausgelegt.
Die wichtigsten Komponenten im Überblick
- Motor & Getriebe: Nahezu alle modernen Mittel- und Nabenmotoren (Bosch, Shimano, Brose, Yamaha etc.) besitzen einen integrierten Freilauf. Sobald der Motor ausgeschaltet ist oder Sie über 25 km/h fahren, entkoppelt das Getriebe vollständig. Dadurch entsteht kein nennenswerter mechanischer Widerstand oder Verschleiß im Motor.
- Akku: Wenn der Akku während der Fahrt leer wird, schaltet das Batteriemanagementsystem (BMS) die Unterstützung rechtzeitig ab. Das verhindert eine schädliche Tiefentladung. Display und Beleuchtung funktionieren meist noch eine Weile weiter.
- Beleuchtung & Sicherheit: Bei den meisten Systemen bleibt die Lichtanlage auch bei vermeintlich leerem Akku noch für mindestens 1–2 Stunden aktiv (gesetzliche Pufferreserve).
Was Sie beim Fahren ohne Unterstützung beachten sollten
- Höheres Gewicht: Ein E-Bike wiegt typischerweise 20–28 kg. Das Treten fühlt sich deutlich schwerer und träger an als auf einem normalen Fahrrad – besonders beim Anfahren und an Steigungen.
- Geringere Beschleunigung: Das Rad reagiert beim Bremsen und Ausweichen aufgrund der höheren Masse etwas anders als ein herkömmliches Fahrrad.
- Akku nicht leer lagern: Wenn Sie den Akku leergefahren haben, sollten Sie ihn nach der Fahrt zeitnah wieder aufladen. Für die Lagerung sind 40–80 % Ladezustand optimal, um langfristige Standschäden zu vermeiden.

E-Bike ohne Akku fahren: schwer?
Ja, ein E-Bike lässt sich ohne Akku oder mit leerem Akku spürbar schwerer treten als ein normales Fahrrad.
Dafür gibt es drei Hauptursachen:
Deutlich höheres Gewicht
Ein normales Trekking- oder Cityrad wiegt meist 12 bis 16 kg. Ein E-Bike bringt selbst ohne Akku durch den verstärkten Rahmen, Motor und Anbauteile meist 18 bis 25 kg auf die Waage.
Tretwiderstand des Motors – je nach Antriebsart
- Moderne Mittelmotoren (z. B. Bosch ab Gen 4, Shimano EP8, Brose): Sie verfügen über einen mechanischen Freilauf bzw. eine Entkopplung. Hier spürt man kaum echten Getriebewiderstand, sondern hauptsächlich das höhere Gewicht.
- Ältere Mittelmotoren (z. B. Bosch Gen 2 mit kleinem Kettenblatt): Sie besitzen eine interne Übersetzung, die ohne Strom einen spürbaren mechanischen Widerstand erzeugt.
- Nabenmotoren (Hinterrad/Vorderrad): Getriebelose Direktläufer (Direct Drive) erzeugen durch magnetischen Schleppwiderstand eine spürbare Bremswirkung. Nabenmotoren mit Freilauf rollen hingegen leichter.
Reifen und Geometrie
E-Bikes nutzen oft breitere, pannensichere Reifen mit höherem Rollwiderstand sowie einen steiferen Rahmen.
Praxistipp:
In der Ebene und bei moderater Geschwindigkeit von 15–20 km/h lässt sich ein modernes E-Bike ohne Akku passabel wie ein schweres Hollandrad fahren. An Steigungen oder beim Anfahren wird es durch das hohe Gewicht jedoch extrem anstrengend.
Bosch E-Bike ohne Unterstützung fahren
Ein Bosch E-Bike lässt sich problemlos ohne Motorunterstützung oder bei leerem bzw. entnommenem Akku fahren. Dem Motor oder der Elektronik schadet das nicht.
Tretwiderstand je nach Motorgeneration
- Moderne Motoren (Gen 4, Gen 5, Performance Line SX, Active Line ab 2018): Besitzen einen integrierten Freilauf. Das Getriebe entkoppelt sich komplett, sobald keine Unterstützung aktiv ist. Der Tretwiderstand des Motors ist praktisch vernachlässigbar (< 5 %).
- Ältere Motoren (z. B. Performance CX Gen 2 mit kleinem Kettenblatt): Besitzen ein internes Übersetzungsgetriebe. Hier tritt man ohne Unterstützung einen spürbaren mechanischen Widerstand mit.
Was beim Fahren ohne Unterstützung zu beachten ist
- Höheres Gesamtgewicht: Ein typisches E-Bike wiegt zwischen 20 und 27 kg. Das Anfahren, Beschleunigen und vor allem Bergauffahrten erfordern deutlich mehr Muskelkraft als bei einem herkömmlichen Fahrrad.
- Akku entnehmen (optional): Wer bewusst ohne Motor unterwegs ist, kann den Akku herausnehmen und spart sofort ca. 2,5 bis 4,5 kg. Bei Fahrten im Regen sollten dabei die freiliegenden Akkukontakte mit einer Abdeckkappe geschützt werden.
- Licht & Schaltung: Ist der Akku leer gefahren, hält das System meist eine Stromreserve zurück, damit Display, Beleuchtung und elektronische Schaltungen (z. B. eShift) noch für eine gewisse Zeit weiterfunktionieren.
- Fahrweise anpassen: Eine höhere Trittfrequenz von 70–90 U/min in kleineren Gängen schont die Knie und hält das Rad effizient in Bewegung.
E-Bike ohne Motor Widerstand
E-Bikes ohne spürbaren Tretwiderstand bei ausgeschaltetem Motor oder oberhalb der 25-km/h-Grenze nutzen spezielle Freiläufe, die das Getriebe mechanisch vom Antriebsstrang entkoppeln.
Empfehlenswerte Motoren ohne Tretwiderstand
| Motortyp / Hersteller | Modell-Beispiele | Entkopplungs-Technik | Fahrgefühl |
|---|---|---|---|
| Fazua | Ride 60 / Evation | Vollständige mechanische Freilaufkupplung | Nahezu identisch mit einem normalen Fahrrad |
| Bosch | Performance Line CX (ab Gen 4), SX | Großes Kettenblatt mit integriertem Freilauf | Kein spürbarer Widerstand; frühere Gen 2 hatte Widerstand |
| Specialized / Mahle | SL 1.1 / SL 1.2, X35 / X20 | Leichtbau-Getriebe mit Freilauf bzw. Nabenmotor | Äußerst leichtgängig, minimaler interner Verlust |
| Shimano | EP8 (EP801) / Steps E8000 | Reduzierter Getriebewiderstand (um über 50 % gesenkt) | Sehr geringer Widerstand |
| Brose | Drive S Mag / Drive T | Integrierter Doppel-Freilauf mit Riemenantrieb | Lautlos und widerstandsfrei |
Hauptursachen für wahrgenommenen Widerstand
- Gewichtsunterschied: Ein E-Bike wiegt in der Regel 18 bis 26 kg, ein herkömmliches Fahrrad meist 10 bis 15 kg. Das reine Mehrgewicht erfordert mehr Tretkraft, insbesondere an Steigungen.
- „Wand-Effekt“ bei 25 km/h: Der plötzliche Wegfall von 250 Watt Motorunterstützung beim Erreichen der Abregelgrenze fühlt sich oft wie ein Bremsen an, ist aber rein physikalisch der Verlust des zusätzlichen Schubs.
- Reifen und Geometrie: Breite Reifen, z. B. 2,4-Zoll-MTB-Reifen, mit geringem Luftdruck erzeugen auf Asphalt einen deutlich höheren Rollwiderstand.
Empfohlene E-Bike-Kategorien
- Light-E-MTB / Light-Gravel (z. B. mit Fazua Ride 60, Mahle X20 oder Bosch SX): Gesamtgewicht oft unter 15 bis 18 kg; lässt sich im Flachen problemlos wie ein normales Fahrrad über 25 km/h fahren.
- Nabenmotoren mit Freilauf (Heckantrieb): Entkoppeln bei Nichtbetrieb komplett und schonen zudem Kette und Schaltung vor dem Motordrehmoment.
E-Bike mit ausgebautem Akku fahren
Das Fahren eines E-Bikes ohne Akku ist technisch problemlos möglich und beschädigt weder Motor noch Elektronik. Allerdings gibt es einige praktische und rechtliche Punkte zu beachten:
1. Fahrverhalten und Kraftaufwand
- Höheres Eigengewicht: Ein E-Bike wiegt auch ohne Akku meist zwischen 15 und 22 kg (im Vergleich zu 10–14 kg bei einem normalen Fahrrad). Das Anfahren und Fahren bergauf erfordert spürbar mehr Muskelkraft.
- Tretwiderstand: Moderne Mittel- und Nabenmotoren (z. B. Bosch, Shimano, Brose) entkoppeln im Leerlauf fast vollständig. Es entsteht kaum zusätzlicher mechanischer Widerstand durch den Motor selbst.
2. Beleuchtung und Verkehrssicherheit (StVZO)
- Lichtanlage: Bei den meisten E-Bikes wird die Beleuchtung direkt über den Hauptakku gespeist. Ohne Akku bleibt das Licht aus.
- Akku-/Batterielichter: Für Fahrten bei Dämmerung oder Dunkelheit müssen separate, StVZO-konforme Stecklichter am Lenker und an der Sattelstütze angebracht werden.
3. Schutz der elektrischen Kontakte
- Die offenen Akkukontakte am Rahmen liegen frei und sind anfällig für Feuchtigkeit, Schmutz und Spritzwasser.
- Schutzabdeckung nutzen: Verwenden Sie eine Neopren-Schutzhülle, ein passendes Dummy-Cover des Herstellers oder kleben Sie die Kontakte bei Regen bzw. Nässe temporär sauber ab.
4. Schaltung und Cockpit
- Elektronische Schaltungen: Schaltsysteme wie Shimano Di2 oder SRAM AXS, die zentral über den Hauptakku versorgt werden, funktionieren ohne Akku nicht (Gänge lassen sich nicht mehr wechseln). Systeme mit eigenem separaten Mini-Akku funktionieren weiterhin.
- Display: Bordcomputer und Geschwindigkeitsanzeigen bleiben in der Regel ausgeschaltet.
Bosch CX ohne Unterstützung fahren
Das Fahren eines E-Bikes mit Bosch Performance Line CX ohne Motorunterstützung, z. B. bei leerem Akku oder im Off-Modus, funktioniert grundsätzlich problemlos. Das Fahrgefühl hängt jedoch stark von der Motorgeneration ab.
Fahrverhalten nach Generation
Bosch CX Gen 4 & Gen 5 (ab Modelljahr 2020 / Smart System)
- Freilauf: Diese Motoren besitzen eine integrierte Freilauf-Entkopplung. Über 25 km/h oder bei ausgeschaltetem Motor gibt es keinen spürbaren internen Tretwiderstand durch das Getriebe mehr.
- Fahrgefühl: Das E-Bike fährt sich wie ein normales, aber schwereres Fahrrad.
Bosch CX Gen 2 (bis Modelljahr 2019, erkennbar am sehr kleinen Kettenblatt vorne)
- Internes Getriebe: Der Motor besitzt eine 2,5-fache interne Übersetzung.
- Fahrgefühl: Beim Fahren ohne Unterstützung oder oberhalb der 25-km/h-Grenze entsteht ein spürbarer interner Tretwiderstand („Gegen-die-Wand-Gefühl“).
Relevante Einflussfaktoren
- Fahrradgewicht: Ein E-Bike wiegt typischerweise zwischen 22 und 27 kg. Beschleunigung und Anstiege erfordern ohne Motor spürbar mehr Beinkraft.
- Bereifung: Breite Reifen mit grobem Profil oder niedrigem Luftdruck erhöhen den Rollwiderstand auf Asphalt deutlich.
- Lichtanlage & Display: Bei leerem Akku schaltet der Motor ab. Die Restkapazität reicht jedoch meist noch für mehrere Stunden Beleuchtung und Displaybetrieb.
- Keine Schäden am System: Das Treten ohne Unterstützung oder mit entnommenem Akku schadet weder dem Motor noch der Elektronik.
Gibt es beim Treten einen spürbaren Tretwiderstand, wenn der Motor aus ist?
Bei den allermeisten modernen E-Bikes gibt es keinen nennenswerten mechanischen Tretwiderstand, wenn der Motor ausgeschaltet ist oder Sie schneller als 25 km/h fahren.
Das Fahrgefühl hängt jedoch stark vom Motortyp und von der Bauart des E-Bikes ab.
1. Freilauf-Entkopplung bei modernen Motoren
- Nahezu alle aktuellen Mittelmotoren, wie Bosch Performance Line CX ab Gen 4, Shimano EP8/EP6, Brose Drive S Mag, Yamaha PW-X3, Fazua und TQ, verfügen über einen integrierten mechanischen Freilauf.
- Sobald der Motor ausgeschaltet ist oder die Geschwindigkeit über 25 km/h liegt, wird das Getriebe vollständig von der Kurbelachse entkoppelt. Sie treten also nicht gegen das Getriebe oder den Motor an.
2. Warum es sich trotzdem oft schwerer anfühlt
Häufig entsteht der Eindruck eines Widerstands durch folgende Faktoren:
- Gewicht: Ein E-Bike wiegt typischerweise 20 bis 28 kg, während ein normales Fahrrad meist nur 10 bis 15 kg wiegt. Das Beschleunigen und Bergauffahren erfordert daher mehr Kraft.
- Breitere Reifen und Rollwiderstand: E-Bikes nutzen häufig pannensichere und breitere Reifen, die einen höheren Rollwiderstand verursachen.
- Kontrasteffekt: Wenn die Motorunterstützung plötzlich wegfällt, wirkt der Übergang zur reinen Muskelkraft abrupt und anstrengend („Wand-Effekt“), obwohl das Getriebe frei läuft.
3. Ausnahmen bei älteren oder speziellen Motoren
- Ältere Mittelmotoren: Ältere Generationen, z. B. Bosch Gen 2 mit dem kleinen Kettenblatt, besitzen eine interne Übersetzung, die ohne Motorunterstützung spürbar mitgedreht werden muss.
- Direktläufer-Nabenmotoren (Direct Drive / Gearless): Diese sind heute eher selten. Sie besitzen keinen Freilauf und können durch das Magnetfeld einen leichten Schleppwiderstand erzeugen. Nabenmotoren mit Planetengetriebe (Geared Hub Motors) verfügen hingegen meist über einen Freilauf und rollen nahezu widerstandsfrei.
Schadet es dem Motor oder dem Akku, wenn ich ohne Unterstützung fahre?
Nein, das Fahren ohne Motorunterstützung schadet weder dem Motor noch dem Akku. Moderne E-Bikes und Pedelecs sind technisch genau darauf ausgelegt.
Motor
Nahezu alle modernen Mittel- und Nabenmotoren besitzen einen integrierten Freilauf. Sobald die Unterstützung ausgeschaltet ist oder Sie über 25 km/h fahren, entkoppelt das Getriebe den Motor vollständig.
Sie treten dann lediglich gegen das Eigengewicht des Rades, ohne mechanischen Schaden am Antrieb anzurichten.
Akku
Wenn kein Strom angefordert wird, bleibt der Akku schlicht inaktiv. Das Fahren ohne Unterstützung schadet ihm nicht.
Worauf Sie dennoch achten sollten
- Tiefentladung vermeiden: Fahren Sie den Akku nicht komplett leer und lassen Sie das Rad dann über Wochen ungeladen stehen. Schalten Sie das System einfach aus oder laden Sie den Akku nach der Fahrt zeitnah wieder auf.
- Licht und Sicherheit: Bei den meisten E-Bikes wird auch die Beleuchtung über den Hauptakku versorgt. Wenn Sie mit komplett leerem oder entnommenem Akku fahren, funktioniert das Licht oft nicht.
Kann ich den Akku ganz zu Hause lassen und das E-Bike einfach so fahren?
Ja, das ist mechanisch problemlos möglich. Ein E-Bike (Pedelec bis 25 km/h) funktioniert auch ohne Akku wie ein herkömmliches Fahrrad. Allerdings gibt es einige praktische und rechtliche Punkte zu beachten:
Worauf Sie achten sollten
- Kein integriertes Licht: Bei den meisten E-Bikes wird die fest verbaute Beleuchtung über den Hauptakku versorgt. Ohne Akku stehen Sie im Dunkeln und verstoßen bei Dämmerung oder Nacht gegen die StVZO. Nutzen Sie in diesem Fall separate, akkubetriebene Stecklichter.
- Schutz der elektrischen Kontakte: Der leere Akkuschacht bzw. die freiliegenden Anschlusskontakte sind ungeschützt gegen Regen, Schmutz und Spritzwasser. Bringen Sie eine passende Schutzabdeckung an, z. B. aus Neopren oder eine Kunststoff-Abdeckkappe.
- Höheres Gewicht: Auch ohne Akku wiegt ein E-Bike durch Rahmen, Motor und Komponenten meist 15 bis 20 kg. Bei Steigungen oder Gegenwind erfordert das Fahren deutlich mehr Kraft.
- Motor-Tretwiderstand: Moderne Mittel- und Nabenmotoren entkoppeln im ausgeschalteten Zustand fast vollständig. Bei älteren Mittelmotor-Generationen kann jedoch ein spürbarer interner Getriebewiderstand beim Treten vorhanden sein.
- Elektronische Schaltung und Display: Das Bord-Display bleibt aus. Falls Ihr Rad über eine elektronische Gangschaltung verfügt, die vom Hauptakku gespeist wird, lässt sich diese ohne Strom nicht mehr schalten.
- Sonderfall S-Pedelec (bis 45 km/h): Da S-Pedelecs als Kraftfahrzeuge gelten und betriebsbereite Beleuchtung, Hupe und Bremslicht gesetzlich vorgeschrieben sind, ist das Fahren ohne Akku im öffentlichen Straßenverkehr nicht zulässig.
Funktioniert das Licht am E-Bike noch, wenn der Akku komplett leer gefahren ist?
Ja, das Licht funktioniert weiterhin.
Wenn das E-Bike während der Fahrt abschaltet, weil der Akku „leer“ ist, trennt das Batteriemanagementsystem (BMS) lediglich die Stromzufuhr zum Motor.
- Gesetzliche Lichtreserve: Nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (§ 67 StVZO) sind E-Bike-Systeme so ausgelegt, dass nach der motorischen Abschaltung eine Stromreserve für die Beleuchtung verbleibt. Diese reicht in der Regel für mindestens zwei Stunden Dauerlicht.
- Display & Steuerung: Auch das Display bzw. die Schaltereinheit bleibt während dieser Reservezeit meist aktiv, damit das Licht ein- und ausgeschaltet werden kann.
- Ausnahme: Wurde der Akku entnommen oder stand das Rad über viele Monate ungeladen (Tiefentladung), bleibt auch das Licht aus.
Wie viel Akkuladung spart es wirklich, wenn ich den Motor zeitweise ausschalte?
Das temporäre Ausschalten des E-Bike-Motors kann je nach Gelände und Fahrweise spürbar Akku sparen. Der Effekt unterscheidet sich jedoch deutlich von einer Start-Stopp-Automatik beim Auto:
- In der Ebene (ohne Unterstützung / über 25 km/h): Rund 15 % bis 30 % Ersparnis auf typischen Strecken, da der Motor bei gleichmäßigem Rollen oder Rückenwind komplett entlastet wird.
- Bei Bergabfahrten (Motor aus oder Unterstützungsstufe 0): Nahezu 100 % Ersparnis während des Gefälles. Da bergab die Schwerkraft arbeitet, verbraucht das System im Standby-Modus nur minimale Ruhestrommengen von etwa 1–3 W für Display und Sensoren, aber keine Antriebsenergie.
- Im Stop-and-Go-Verkehr (Ampeln/Standzeiten): Der reine Standby-Verbrauch liegt bei unter 0,5 % pro Stunde. Das komplette Ausschalten des Systems bei kurzen Ampelstopps bringt daher praktisch keinen messbaren Reichweitengewinn.
Faktoren für den tatsächlichen Spareffekt
| Situation | Akku-Einsparung | Hinweis |
|---|---|---|
| Gefälle / Bergab | Hoch (bis zu 100 % des Streckenanteils) | Unterstützungsstufe 0 reicht völlig; das System muss nicht ausgeschaltet werden |
| Ebene mit Eigenleistung | Mittel (15–30 %) | Höhere Eigenleistung kompensiert das zusätzliche Gewicht des E-Bikes |
| Ampel-Standzeiten | Minimal (< 1 %) | Display und Elektronik verbrauchen vernachlässigbar wenig Strom |
| Anfahren ohne Motor | Sehr hoch | Beim Anfahren können Leistungsspitzen von 400–600 W auftreten; mit wenig Unterstützung anzufahren spart am meisten |
Praxistipp
Um die Reichweite möglichst weit zu erhöhen, muss das System an Ampeln nicht komplett ausgeschaltet werden. Der größte Spareffekt entsteht, wenn Sie bergab und auf leichtem Gefälle auf Stufe 0 (Off/Eco) schalten und beim Anfahren einen kleinen Gang sowie eine niedrige Unterstützungsstufe wählen, um hohe Leistungsspitzen zu vermeiden.
Wie viel anstrengender ist das Fahren ohne Motor im Vergleich zu einem normalen Fahrrad?
Das Fahren eines E-Bikes ohne Motorunterstützung ist im Vergleich zu einem herkömmlichen Fahrrad spürbar anstrengender. Je nach Streckenprofil und Bauart des E-Bikes liegt der zusätzliche Kraftaufwand typischerweise zwischen 10 % und über 100 %.
Die entscheidenden Einflussfaktoren
- Mehrgewicht (+10 bis 15 kg):
Ein normales Trekking- oder Cityrad wiegt meist 13 bis 16 kg, während ein Standard-E-Bike auf 23 bis 28 kg kommt. Light-E-Bikes liegen bei rund 16 bis 19 kg. Das Beschleunigen aus dem Stand und das Fahren an Steigungen erfordern durch die zusätzliche Masse deutlich mehr Kraft. - Interner Motorwiderstand (Tretwiderstand):
- Moderne Mittelmotoren (z. B. Bosch ab Gen 4, Shimano EP8, Brose, Fazua) nutzen Freiläufe bzw. Entkopplungen, die über 25 km/h oder bei ausgeschaltetem Motor nahezu widerstandslos laufen.
- Ältere Systeme (z. B. Bosch Gen 2 mit kleinem Kettenblatt) besitzen ein internes Getriebe, das ohne Strom einen spürbaren mechanischen Widerstand erzeugt.
- Reifen und Rollwiderstand:
E-Bikes sind häufig mit breiteren, pannensicheren und schwereren Reifen ausgestattet. Bei zu niedrigem Luftdruck steigt der Rollwiderstand deutlich an. - Sitzposition und Rahmengeometrie:
Durch den tiefen Schwerpunkt von Akku und Motor fühlt sich das E-Bike träger an, insbesondere in Kurven und beim Wiegetritt.
Vergleich nach Fahrsituation
| Fahrsituation | Normales Fahrrad | E-Bike ohne Motor | Zusätzlicher Kraftaufwand |
|---|---|---|---|
| Ebene (konstantes Tempo) | Geringer Rollwiderstand | Leicht erhöht durch Reifen und Gewicht | ca. 10–20 % |
| Stop-and-Go (Stadtverkehr) | Agiles, leichtes Beschleunigen | Höhere Trägheit beim Anfahren | ca. 30–50 % |
| Steigung / bergauf | Direkt proportional zum Gesamtgewicht | Extra-Kilos deutlich spürbar | ca. 50–100 % oder mehr |
In der Ebene bei konstantem Tempo rollt ein modernes E-Bike fast so leicht wie ein normales Fahrrad. Sobald es jedoch bergauf geht oder häufig beschleunigt werden muss, macht sich das zusätzliche Gewicht deutlich bemerkbar.