Auf dieser Seite
- Was ist die Bosch Hub Line?
- Warum ist der Bosch-Nabenmotor für günstige E-Bikes interessant?
- Welche Nachteile hat die Bosch Hub Line?
- Hub Line oder Bosch Active Line?
- Für wen eignet sich die Bosch Hub Line?
- Welche E-Bikes nutzen bereits die Bosch Hub Line?
- Sind günstige E-Bikes mit Bosch Hub Line ihr Geld wert?
Ja – die neue Bosch Hub Line ist eine interessante Option für günstige, leichte E-Bikes. Mit dem neuen Hecknabenmotor erweitert Bosch sein Portfolio in ein Segment, das bislang häufig von einfacheren Antriebssystemen anderer Hersteller dominiert wurde.
Besonders interessant ist die Hub Line für City- und Urban-E-Bikes: Der Motor ist kompakt, leicht und lässt sich in das Bosch Smart System integrieren. Dadurch bekommen Käufer eines vergleichsweise preiswerten E-Bikes Zugang zu vielen Funktionen, die man sonst eher von höherpreisigen Bosch-E-Bikes kennt.
Allerdings ist die Hub Line kein Ersatz für einen kräftigen Performance-Line-Mittelmotor. Sie wurde für einen anderen Einsatzzweck entwickelt.
Was ist die Bosch Hub Line?
Während Bosch bei E-Bikes traditionell vor allem für Mittelmotoren bekannt ist, sitzt der Motor der Hub Line direkt in der Hinterradnabe.
Das bringt mehrere Vorteile mit sich. Der Rahmen kann schlanker konstruiert werden, der Antrieb fällt optisch kaum auf und das Gesamtgewicht lässt sich reduzieren. Dadurch können Hersteller E-Bikes bauen, die wesentlich stärker wie klassische Fahrräder aussehen.
Die wichtigsten technischen Daten im Überblick:
| Merkmal | Bosch Hub Line |
|---|---|
| Motortyp | Hecknabenmotor |
| Nenndauerleistung | 250 W |
| Maximale Leistung | bis zu 400 W |
| Maximales Drehmoment | 45 Nm |
| Motorgewicht | ca. 2,3 kg |
| Typischer Akku | PowerTube 360 |
| Akkukapazität | 360 Wh |
| Unterstützungsgrenze | 25 km/h |
| System | Bosch Smart System |
| Typischer Einsatz | City, Urban, Pendeln |
Gerade das geringe Gewicht ist interessant. Zusammen mit einem kompakten Akku lassen sich damit deutlich leichtere E-Bikes realisieren als mit vielen klassischen Antriebskonzepten.
Warum ist der Bosch-Nabenmotor für günstige E-Bikes interessant?
Der größte Vorteil ist nicht unbedingt die reine Motorleistung. Entscheidend ist vielmehr das Gesamtpaket.
Bei günstigen E-Bikes findet man häufig einfache Nabenmotoren, Displays und Controller verschiedener Zulieferer. Diese können durchaus zuverlässig funktionieren, bieten aber nicht immer ein vollständig integriertes digitales Ökosystem.
Bosch verfolgt einen anderen Ansatz.
1. Bosch Smart System auch im günstigeren Segment
Die Hub Line ist in das Bosch Smart System eingebunden. Dadurch können entsprechende E-Bikes beispielsweise mit der eBike Flow App verbunden werden.
Je nach Ausstattung des Fahrrads stehen Funktionen wie Software-Updates, Fahrdaten, Navigation und digitale Sicherheitsfunktionen zur Verfügung.
Für Käufer bedeutet das: Ein günstigeres E-Bike muss nicht automatisch auf moderne Softwarefunktionen verzichten.
Gerade langfristig kann das ein wichtiger Vorteil gegenüber sehr einfachen No-Name-Antriebssystemen sein.
2. Mit 45 Nm ausreichend für die Stadt
45 Nm hören sich neben Bosch-Mittelmotoren mit 75, 85 oder sogar 100 Nm zunächst relativ wenig an.
Der direkte Vergleich ist allerdings nur begrenzt sinnvoll.
Bei einem Hecknabenmotor wirkt die Antriebskraft direkt am Hinterrad. Für typische urbane Situationen kann die Leistung deshalb vollkommen ausreichend sein:
- tägliche Fahrten zur Arbeit
- kurze und mittlere Pendelstrecken
- Fahrradwege
- flaches Stadtgebiet
- leichte Steigungen
- Einkaufsfahrten
- Freizeitfahrten auf Asphalt
Wer hauptsächlich in einer relativ flachen Stadt unterwegs ist, benötigt normalerweise keine extrem hohen Drehmomentwerte.
Anders sieht es bei langen und steilen Anstiegen, schweren Anhängern oder hoher Zuladung aus. Dafür sind kräftige Mittelmotoren meist besser geeignet.
3. Sehr geringes Gewicht
Ein großer Vorteil der Hub Line ist ihr Gewicht von rund 2,3 Kilogramm.
Das ermöglicht Herstellern den Bau relativ leichter Urban-E-Bikes.
Zusammen mit einem kompakten 360-Wh-Akku kann das komplette elektrische Antriebssystem deutlich leichter ausfallen als bei einem E-Bike mit großem Akku und schwerem Mittelmotor.
Das macht sich besonders bemerkbar, wenn das Fahrrad regelmäßig getragen werden muss – beispielsweise in ein Apartment, einen Keller oder in öffentliche Verkehrsmittel.
Auch das Fahrverhalten profitiert davon. Ein leichtes E-Bike fühlt sich ohne Motorunterstützung häufig wesentlich stärker wie ein normales Fahrrad an.
4. Kaum Widerstand oberhalb von 25 km/h
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Entkopplung des Motors.
Sobald die elektrische Unterstützung bei 25 km/h endet, soll sich der Motor weitgehend vom Antrieb entkoppeln. Dadurch entsteht nur wenig zusätzlicher Widerstand.
Das ist gerade bei leichten Urban-E-Bikes wichtig.
Wer beispielsweise auf einer flachen Strecke 27 oder 30 km/h aus eigener Kraft fährt, möchte nicht ständig gegen den Elektromotor arbeiten müssen.
Dadurch passt die Hub Line gut zu Fahrern, die das E-Bike nicht als „Motorfahrzeug mit Pedalen“, sondern eher als normales Fahrrad mit zusätzlicher Unterstützung nutzen möchten.
5. Kleiner 360-Wh-Akku muss kein Nachteil sein
Auf den ersten Blick wirken 360 Wh heute eher klein. Viele Trekking- und SUV-E-Bikes verfügen inzwischen über 500, 625, 750 oder sogar 800 Wh.
Mehr Akkukapazität bedeutet jedoch auch:
mehr Gewicht, höhere Kosten und größeren Platzbedarf.
Bei einem leichten Urban-E-Bike kann ein kleiner Akku deshalb durchaus sinnvoll sein.
Wenn Motor, Reifen, Gewicht und Fahrposition auf Effizienz ausgelegt sind, können 360 Wh für typische Pendelstrecken vollkommen ausreichen.
Die tatsächliche Reichweite hängt allerdings stark von Fahrergewicht, Unterstützungsstufe, Temperatur, Wind, Reifendruck, Geschwindigkeit und Höhenmetern ab. Reichweitenangaben von 80 oder sogar 100 Kilometern sollten deshalb nicht als Garantie verstanden werden.
6. Servicefreundliches Konzept
Auch bei der Wartung verfolgt Bosch einen interessanten Ansatz.
Bei klassischen Nabenmotoren kann eine größere Reparatur problematisch sein, weil der Motor Bestandteil des eingespeichten Hinterrads ist. Im ungünstigsten Fall muss das Laufrad neu aufgebaut werden.
Bei der Hub Line wurde das Innenleben so konstruiert, dass wichtige Motorkomponenten im Servicefall aus dem Gehäuse entnommen werden können.
Das kann Reparaturen vereinfachen und ist gerade für ein E-Bike, das mehrere Jahre täglich genutzt werden soll, ein wichtiger Punkt.
Hinzu kommt das bestehende Bosch-Händler- und Servicenetz. Für viele Käufer dürfte genau das einer der größten Vorteile gegenüber weniger bekannten Nabenmotor-Systemen sein.
Welche Nachteile hat die Bosch Hub Line?
Trotz ihrer Vorteile ist die Hub Line nicht für jeden Fahrer die richtige Wahl.
Weniger Kraft für steile Berge
45 Nm sind für Stadtfahrten ordentlich, aber nicht für extreme Belastungen gedacht.
Wer regelmäßig sehr steile Straßen fährt, viel Gepäck transportiert oder einen Anhänger zieht, profitiert normalerweise stärker von einem leistungsfähigen Mittelmotor.
Ein Mittelmotor kann außerdem die Fahrradschaltung nutzen. Dadurch lässt sich der Motor bei niedrigen Geschwindigkeiten und starken Steigungen effizienter betreiben.
Fahrgefühl unterscheidet sich vom Mittelmotor
Bosch setzt bei der Hub Line auf eine Kombination verschiedener Sensordaten zur Steuerung der Unterstützung.
Das Fahrgefühl kann dadurch sehr natürlich wirken, erreicht aber nicht zwangsläufig exakt die Charakteristik eines hochwertigen Bosch-Mittelmotors mit direkter Drehmomentmessung.
Besonders sportliche Fahrer könnten diesen Unterschied bemerken.
Für entspanntes Pendeln und Stadtverkehr dürfte er dagegen wesentlich weniger relevant sein.
Der Motor ist hörbar
Die Hub Line arbeitet relativ dezent, ist aber nicht vollkommen geräuschlos.
Unter Last kann ein leichtes Summen wahrnehmbar sein. Wer von einem besonders leisen Fahrrad kommt oder maximale Laufruhe erwartet, sollte deshalb vor dem Kauf unbedingt eine Probefahrt machen.
Hub Line oder Bosch Active Line?
Für viele Käufer günstiger Bosch-E-Bikes dürfte genau diese Frage entscheidend sein.
| Bosch Hub Line | Bosch Active Line |
| Motor im Hinterrad | Motor am Tretlager |
| ca. 2,3 kg Motor | schwereres Gesamtkonzept |
| sehr schlanke Fahrradoptik möglich | klassischer E-Bike-Aufbau |
| ideal für City und Urban | City und Alltag |
| direkte Kraft am Hinterrad | Kraftübertragung über Fahrradkette |
| gut für flaches Gelände | besser für wechselndes Gelände |
| 45 Nm | 40 Nm bei Active Line |
| besonders interessant für leichte E-Bikes | klassisches Bosch-Fahrgefühl |
Welche Variante besser ist, hängt deshalb weniger von den reinen Zahlen als vom Einsatzgebiet ab.
Wer ein möglichst leichtes, schlankes Stadtrad möchte, sollte sich die Hub Line genauer ansehen. Wer häufig Steigungen fährt und das typische Mittelmotor-Fahrgefühl bevorzugt, kann mit der Active Line besser bedient sein.
Für wen eignet sich die Bosch Hub Line?
Besonders sinnvoll ist der neue Bosch-Nabenmotor für Fahrer, die hauptsächlich kurze bis mittlere Strecken im urbanen Umfeld zurücklegen.
Dazu gehören beispielsweise Pendler, Studenten und Stadtbewohner, die ein leichtes E-Bike suchen und keinen riesigen Akku benötigen.
Auch für Fahrer, die ihr E-Bike regelmäßig Treppen hochtragen müssen, kann das niedrigere Systemgewicht interessant sein.
Weniger geeignet ist der Motor dagegen für:
- sehr bergige Regionen
- schwere Cargo-E-Bikes
- dauerhaft hohe Zuladung
- anspruchsvolle MTB-Strecken
- Fahrer, die maximale Motorunterstützung erwarten
Hier bleibt ein kräftiger Bosch-Mittelmotor wie Performance Line oder Performance Line CX die sinnvollere Lösung.
Welche E-Bikes nutzen bereits die Bosch Hub Line?
Zu den interessanten frühen Modellen gehören beispielsweise Urban-E-Bikes wie das Cube Editor Hybrid 360 FE. Durch den kleinen Motor und den kompakten Akku kann Cube ein optisch sehr reduziertes Fahrrad anbieten.
Je nach Variante und Ausstattung bewegen sich entsprechende Modelle teilweise bereits im Bereich von ungefähr 1.800 bis 2.000 Euro.
Auch klassische City-E-Bikes wie das Kreidler Journal Style N H2 zeigen, dass Bosch mit der Hub Line nicht nur sportliche Urban Bikes ansprechen möchte.
Damit dürfte sich das Angebot in den kommenden Modellgenerationen deutlich erweitern.
Sind günstige E-Bikes mit Bosch Hub Line ihr Geld wert?
In vielen Fällen: ja.
Die Bosch Hub Line versucht nicht, der stärkste E-Bike-Motor auf dem Markt zu sein. Genau das ist ihre Stärke.
Statt immer größerer Akkus und höherer Drehmomentwerte konzentriert sich Bosch auf ein anderes Konzept: leichte, effiziente und unkomplizierte E-Bikes für den Alltag.
Für rund 2.000 Euro kann ein entsprechend ausgestattetes E-Bike deshalb sehr interessant sein. Käufer bekommen einen leichten Heckmotor, Smart-System-Integration, App-Funktionen und Zugang zum etablierten Bosch-Serviceökosystem.
Entscheidend ist allerdings das Einsatzgebiet.
Wer hauptsächlich durch die Stadt fährt, moderate Steigungen bewältigt und ein schlankes, leichtes E-Bike sucht, sollte die neue Bosch Hub Line definitiv in die engere Auswahl nehmen.
Wer dagegen jeden Morgen einen steilen Berg erklimmen muss, schwere Lasten transportiert oder maximale Unterstützung erwartet, ist mit einem kräftigen Mittelmotor weiterhin besser beraten.