Auf dieser Seite
- So schließe ich mein E-Bike richtig ab
- Welches Schloss sollte ich für mein E-Bike verwenden?
- In Bereichen mit höherem Diebstahlrisiko verwende ich zwei Schlösser
- Woran sollte ich mein E-Bike anschließen?
- Der Abstellort ist fast genauso wichtig wie das Schloss
- Sollte ich den E-Bike-Akku beim Parken mitnehmen?
- Display, Sattel und Laufräder nicht vergessen
- Ich verlasse mich nicht nur auf eine elektronische Wegfahrsperre
- Lohnt sich ein GPS-Tracker für mein E-Bike?
- Rahmennummer unbedingt vorher notieren
- Versicherung: Vorher die Bedingungen prüfen
- So sichere ich mein E-Bike zu Hause
- Wie lange kann ich mein E-Bike draußen stehen lassen?
- Häufige Fehler beim Abschließen eines E-Bikes
- Meine Empfehlung für einen guten E-Bike-Diebstahlschutz
Ein E-Bike richtig gegen Diebstahl zu sichern, ist für mich wichtiger als bei einem normalen Fahrrad. E-Bikes sind meist deutlich teurer und besitzen wertvolle Komponenten wie Akku, Display und Motor, die auch einzeln für Diebe interessant sein können.
Wenn ich mein E-Bike abschließe, verlasse ich mich deshalb weder auf ein einziges Schloss noch auf den erstbesten Fahrradständer. Mein Ziel ist es, einen Diebstahl so schwierig, zeitaufwendig und auffällig wie möglich zu machen.
Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Aber mit guten Schlössern, einem geeigneten Abstellplatz, gesicherten Komponenten und einem Tracker lässt sich das Risiko erheblich reduzieren.
So schließe ich mein E-Bike richtig ab
Für den Alltag halte ich mich an eine einfache Grundregel:
Ich schließe den Rahmen mit einem hochwertigen Bügel- oder Kettenschloss an einem festen, unbeweglichen Gegenstand an und sichere nach Möglichkeit zusätzlich das zweite Laufrad.
Meine Vorgehensweise sieht normalerweise so aus:
- Ich suche einen stabilen Fahrradständer oder einen anderen fest verankerten Gegenstand.
- Ich stelle das E-Bike möglichst nah daran.
- Ich sichere Rahmen und Hinterrad mit meinem stärksten Schloss am Fahrradständer.
- Das Vorderrad sichere ich mit einem zweiten Schloss.
- Wertvolle abnehmbare Teile nehme ich mit oder sichere sie separat.
- Bevor ich gehe, prüfe ich, ob Fahrradständer, Schloss oder Fahrrad leicht angehoben, demontiert oder manipuliert werden können.
Besonders wichtig: Ich schließe niemals nur ein Laufrad an. Sonst kann ein Dieb das Rad ausbauen und den Rest des E-Bikes mitnehmen.
Welches Schloss sollte ich für mein E-Bike verwenden?
Nicht jedes Fahrradschloss bietet den gleichen Schutz.
| Schlosstyp | So nutze ich es | Sicherheitsniveau | Wichtigster Nachteil |
|---|---|---|---|
| Hochwertiges Bügelschloss | Rahmen/Laufrad am Fahrradständer | Hoch | Relativ wenig Platz beim Anschließen |
| Massives Kettenschloss | Rahmen an einem festen Gegenstand | Hoch | Hohes Gewicht |
| Faltschloss | Haupt- oder Zweitschloss je nach Sicherheitsklasse | Mittel bis hoch | Sicherheitsniveau unterscheidet sich stark |
| Kabelschloss | Zubehör oder zusätzliche Sicherung | Niedrig | Kann vergleichsweise leicht durchtrennt werden |
| Rahmen-/Speichenschloss | Verhindert das Wegrollen | Niedrig bis mittel | Das E-Bike kann trotzdem weggetragen werden |
Bei einem teuren E-Bike würde ich ein dünnes Kabelschloss niemals als einzige Sicherung verwenden. Für mich eignet es sich eher als Zusatzschutz für Helm, Sattel oder Zubehör.
Auf unabhängige Sicherheitsprüfungen achten
Ich verlasse mich nicht nur auf Begriffe wie „Heavy Duty“ oder „extra sicher“ auf der Verpackung.
In Deutschland achte ich unter anderem auf anerkannte Prüfungen und Sicherheitsbewertungen, beispielsweise von ART, Sold Secure oder Stiftung Warentest. Auch die Empfehlungen meiner Versicherung sind wichtig, denn manche Versicherer verlangen ein bestimmtes Schloss oder einen bestimmten Mindestwert des Schlosses.
Bei einem hochwertigen E-Bike würde ich grundsätzlich ein Schloss aus einer hohen Sicherheitsklasse wählen.
Mittlerweile gibt es außerdem spezielle Fahrradschlösser, die einen erhöhten Widerstand gegen Angriffe mit Akku-Winkelschleifern bieten. Sie sind meistens schwerer und teurer, können sich aber lohnen, wenn ich mein E-Bike regelmäßig an Orten mit erhöhtem Diebstahlrisiko abstelle.
In Bereichen mit höherem Diebstahlrisiko verwende ich zwei Schlösser
Wenn ich mein E-Bike länger draußen stehen lasse – besonders an Bahnhöfen, in Innenstädten oder an stark frequentierten öffentlichen Orten – verwende ich möglichst zwei Schlösser.
Ideal finde ich zwei unterschiedliche Schlosstypen, zum Beispiel:
Bügelschloss + massives Kettenschloss
Der Vorteil: Unterschiedliche Schlösser können unterschiedliche Werkzeuge und Vorgehensweisen erfordern. Ein Dieb, der auf einen bestimmten Schlosstyp vorbereitet ist, hat es dadurch möglicherweise mit dem zweiten Schloss deutlich schwerer.
Außerdem lasse ich möglichst wenig freien Raum innerhalb eines Bügelschlosses. Dadurch wird es schwieriger, Werkzeuge anzusetzen oder Hebelwirkung zu erzeugen.
Woran sollte ich mein E-Bike anschließen?
Selbst das beste Schloss bringt wenig, wenn ich mein E-Bike an einem schwachen Gegenstand befestige.
Ich bevorzuge:
- fest installierte Fahrradständer
- massive Stahlbügel
- fest verankerte Fahrradparker
- Boden- oder Wandanker in Garage und Keller
Bevor ich weggehe, überprüfe ich den Gegenstand kurz.
Ein schlecht montierter Fahrradständer kann möglicherweise abgeschraubt werden. Ein dünner Pfosten lässt sich eventuell durchtrennen. Und bei einem niedrigen Pfosten könnte das komplette abgeschlossene Fahrrad einfach darübergehoben werden.
Natürlich achte ich in Deutschland außerdem darauf, mein E-Bike nicht dort anzuschließen, wo Fahrräder nicht abgestellt werden dürfen oder andere Verkehrsteilnehmer behindert werden.
Der Abstellort ist fast genauso wichtig wie das Schloss
Ich suche möglichst einen Ort, der:
belebt, gut sichtbar, gut beleuchtet und für einen Dieb unangenehm zum längeren Arbeiten ist.
Wenn möglich, stelle ich mein E-Bike in der Nähe von:
- Gebäudeeingängen
- Geschäften oder Gastronomie
- stark frequentierten Bereichen
- bewachten oder abgeschlossenen Fahrradparkhäusern
- gut einsehbaren Bereichen
ab.
Dunkle Seitenstraßen, schlecht einsehbare Hinterhöfe oder abgelegene Ecken vermeide ich möglichst.
Allerdings verlasse ich mich nicht allein darauf, dass viele Menschen vorbeikommen. Auch auf einem belebten Platz kann ein Fahrraddiebstahl unbemerkt bleiben oder von Passanten ignoriert werden.
Deshalb kombiniere ich einen guten Standort immer mit einem guten Schloss.
Sollte ich den E-Bike-Akku beim Parken mitnehmen?
Wenn sich mein Akku leicht entnehmen lässt und das E-Bike längere Zeit unbeaufsichtigt bleibt, nehme ich ihn nach Möglichkeit mit.
Der Akku gehört häufig zu den teuersten Einzelkomponenten eines E-Bikes.
Das Entfernen hat für mich zwei Vorteile:
- Der Akku selbst kann nicht einfach gestohlen werden.
- Das E-Bike wird für einen Dieb weniger attraktiv und ist nicht sofort fahrbereit.
Wenn ich den Akku nicht mitnehmen möchte oder kann, achte ich darauf, dass er korrekt im Rahmen verriegelt ist.
Das integrierte Akkuschloss betrachte ich allerdings nur als Komponentenschutz. Es ersetzt niemals ein richtiges Fahrradschloss.
Display, Sattel und Laufräder nicht vergessen
Nicht immer wird das komplette E-Bike gestohlen. Auch einzelne Komponenten können interessant sein.
Abnehmbares Display
Kann ich das Display ohne Werkzeug entfernen, nehme ich es beim längeren Parken mit.
Schnellspanner an den Laufrädern
Schnellspanner sind praktisch, machen das Entfernen eines Laufrads aber ebenfalls einfach. Deshalb sichere ich beide Laufräder oder ersetze Schnellspanner gegebenenfalls durch Sicherheitsachsen beziehungsweise spezielle Diebstahlsicherungen.
Sattel und Sattelstütze
Ein Schnellspannverschluss an der Sattelstütze kann einen hochwertigen Sattel oder eine teure gefederte Sattelstütze zum einfachen Ziel machen. Sicherheitsschrauben können hier sinnvoll sein.
Taschen und Zubehör
Beleuchtung, Smartphone-Halterung, Fahrradtaschen, Werkzeug, Kamera und anderes leicht abnehmbares Zubehör lasse ich möglichst nicht unbeaufsichtigt am E-Bike.
Ich verlasse mich nicht nur auf eine elektronische Wegfahrsperre
Einige moderne E-Bikes lassen sich über App, PIN, Display oder eine elektronische Motorverriegelung sperren.
Das ist praktisch, aber für mich nur eine zusätzliche Sicherheitsebene – kein Ersatz für ein mechanisches Schloss.
Ein elektronisch gesperrtes E-Bike kann immer noch:
- in einen Transporter geladen werden
- weggetragen werden
- ausgeschlachtet werden
- beim Diebstahlversuch beschädigt werden
Deshalb verwende ich auch bei elektronischer Wegfahrsperre immer ein physisches Schloss.
Lohnt sich ein GPS-Tracker für mein E-Bike?
Bei einem hochwertigen E-Bike halte ich einen Tracker für eine sinnvolle zusätzliche Absicherung.
Zur Auswahl stehen beispielsweise spezielle GPS-/Mobilfunk-Tracker für Fahrräder sowie kompatible Bluetooth-Tracker.
Wenn möglich, bevorzuge ich eine Lösung, die unauffällig im oder am E-Bike installiert werden kann.
Ein Tracker verhindert den Diebstahl zwar nicht, kann aber dabei helfen, den Standort eines gestohlenen E-Bikes zu ermitteln.
Wichtig: Ich würde niemals versuchen, einen mutmaßlichen Fahrraddieb selbst zu konfrontieren. Wenn mein gestohlenes E-Bike geortet werden kann, gebe ich die Standortinformationen an die Polizei weiter.
Rahmennummer unbedingt vorher notieren
Dieser einfache Schritt wird schnell vergessen.
Bei einem neuen E-Bike dokumentiere ich möglichst:
- Rahmennummer
- Hersteller und Modell
- Farbe
- Akkunummer, falls vorhanden
- Motornummer, falls vorhanden
- Kaufbeleg/Rechnung
- aktuelle Fotos des E-Bikes
- Fotos besonderer Merkmale oder Umbauten
Diese Informationen bewahre ich so auf, dass ich auch nach einem Diebstahl darauf zugreifen kann.
In Deutschland kann es außerdem sinnvoll sein, das E-Bike registrieren oder codieren zu lassen. Solche Angebote gibt es beispielsweise regional über Polizeidienststellen, Kommunen, den ADFC oder andere lokale Stellen.
Mit Rahmennummer, Rechnung und Fotos kann ich bei einem Diebstahl wesentlich einfacher eine Anzeige bei der Polizei erstatten und mein Eigentum nachweisen, falls das E-Bike wiedergefunden wird.
Versicherung: Vorher die Bedingungen prüfen
Bei einem teuren E-Bike prüfe ich zusätzlich, ob und unter welchen Bedingungen es über meine Hausratversicherung abgesichert ist oder ob eine separate Fahrrad- beziehungsweise E-Bike-Versicherung sinnvoll ist.
Dabei lese ich besonders genau nach, welche Anforderungen an den Diebstahlschutz gestellt werden.
Je nach Tarif kann beispielsweise vorgeschrieben sein, dass ich:
- ein bestimmtes Schloss verwende,
- das E-Bike an einem festen Gegenstand anschließe,
- einen Kaufbeleg für das Schloss aufbewahre,
- den Diebstahl bei der Polizei anzeige oder
- die Rahmennummer dokumentiert habe.
Deshalb überprüfe ich die konkreten Versicherungsbedingungen bevor ein Diebstahl passiert.
So sichere ich mein E-Bike zu Hause
Eine Garage oder ein Keller bedeutet für mich nicht automatisch, dass mein E-Bike sicher ist.
Wenn ich mein E-Bike in einer Garage, einem Keller, Fahrradraum oder Schuppen aufbewahre, schließe ich es nach Möglichkeit trotzdem an.
Meine bevorzugte Lösung ist:
E-Bike-Rahmen → massive Kette → fest installierter Wand- oder Bodenanker
Außerdem halte ich Türen und Fenster geschlossen und vermeide es, teure Fahrräder von außen sichtbar abzustellen.
Besonders vorsichtig bin ich in gemeinschaftlich genutzten Fahrradkellern von Mehrfamilienhäusern. Dort können viele Bewohner, Besucher oder Dienstleister Zugang haben. Deshalb behandle ich einen solchen Fahrradraum nicht automatisch wie einen vollständig privaten Bereich.
Wenn es möglich und erlaubt ist, ist ein sicherer Innenraum für mich die bessere Lösung.
Wie lange kann ich mein E-Bike draußen stehen lassen?
Eine pauschal „sichere“ Zeit gibt es nicht.
Je länger mein E-Bike unbeaufsichtigt bleibt, desto mehr Zeit hat ein Dieb, die Situation zu beobachten, Werkzeug zu holen oder die Schlösser anzugreifen.
So gehe ich ungefähr vor:
| Situation | Meine Absicherung |
| Kurzer Stopp beim Bäcker oder Cafe | Hochwertiges Hauptschloss |
| Einkaufen oder Termin | Möglichst zwei Schlösser |
| Mehrere Stunden am Arbeitsplatz | Zwei gute Schlösser + sicherer Abstellplatz + ggf. Tracker |
| Ganzer Tag am Bahnhof | Sehr hochwertige Schlösser, möglichst Fahrradparkhaus oder gesicherte Abstellanlage |
| Über Nacht | Abstellen im öffentlichen Raum möglichst vermeiden |
Auch ein sehr gutes Schloss kann mit ausreichend Zeit und geeignetem Werkzeug überwunden werden.
Häufige Fehler beim Abschließen eines E-Bikes
Diese Fehler versuche ich besonders zu vermeiden:
- nur das Vorderrad anzuschließen
- ein dünnes Kabelschloss als einziges Schloss zu verwenden
- das E-Bike an einem schwachen oder demontierbaren Gegenstand anzuschließen
- zu viel freien Platz im Bügelschloss zu lassen
- Akku und teures Zubehör unnötig am Fahrrad zu lassen
- das E-Bike jede Nacht am gleichen unsicheren Ort draußen abzustellen
- sich ausschließlich auf Videoüberwachung zu verlassen
- einen GPS-Tracker als Ersatz für ein Schloss zu betrachten
- das E-Bike in Garage oder Keller überhaupt nicht abzuschließen
- Rahmennummer und Kaufbeleg nicht zu dokumentieren
Meine Empfehlung für einen guten E-Bike-Diebstahlschutz
Wenn ich ein hochwertiges City-, Trekking- oder Fat-Tire-E-Bike schützen möchte, setze ich auf mehrere Sicherheitsebenen:
Hauptsicherung: Ein hochwertiges Bügel- oder Kettenschloss verbindet den Rahmen mit einem unbeweglichen Gegenstand.
Zweites Schloss: In Bereichen mit erhöhtem Risiko sichere ich zusätzlich ein weiteres Laufrad oder einen zweiten Teil des Rahmens.
Komponentenschutz: Akku, Display, Beleuchtung und anderes wertvolles Zubehör nehme ich nach Möglichkeit mit.
Elektronischer Schutz: Falls vorhanden, aktiviere ich Wegfahrsperre, Alarmfunktion oder App-Sperre.
Ortung: Bei einem wertvollen E-Bike kann ein versteckter GPS- oder Bluetooth-Tracker eine zusätzliche Sicherheitsebene bieten.
Dokumentation: Ich notiere die Rahmennummer, fotografiere das E-Bike und bewahre Rechnung und relevante Unterlagen sicher auf.
Versicherung: Ich prüfe, welche Schloss- und Abstellanforderungen mein konkreter Versicherungstarif stellt.
Keine dieser Maßnahmen allein macht mein E-Bike diebstahlsicher. Entscheidend ist für mich die Kombination.